Montag, 20. Juni 2016

Sommerprogramm mit zwei perfekten Wellen

Die Ausstellung "Effekthascherei" mit 18 spannenden Stationen ist da! Meinen persönlichen Favoriten habe ich schon erwählt: Den Paranusseffekt beim Müsli. Also ehrlicherweise ärgere ich mich gar nicht, dass die besten Teile beim Aufmachen der Müslipackung immer oben sind. Da kann man ja so herrlich die besten Nussstückchen herausnaschen. Dumm ist nur, wenn man so ungefähr der letzte ist, der was vom Müsli abbekommt. Dann sind eben nur noch die Haferflocken übrig. Warum das so ist, kann man bei dem Experiment "Schütteln-Sortieren" super ausprobieren. Verschiedene Bälle simulieren die fetten Paranüsse, die blauen Körner die Haferflocken. Beim Schütteltransport des kostbaren Müsli wandern diese eben nach oben.

Durch das Kurbeln wird die Schüttelbewegung beim Transport simuliert.
Mein zweiter Favorit ist die Doppelwelle. Zwei wunderschön blaue Wellen werden gleichzeitig gestartet. Ganz in Ferienstimmung träume ich mich schon mal an die Nordsee und gucke den beiden Wellen zu, wie sie langsam im Chaos versinken. Dabei stört mich das Chaos überhaupt nicht, Hauptsache die Wellen sind schön blau!

Trotz gleicher Startbedingungen kommen unterschiedliche Wellenbewegungen heraus. Probiert es aus!
Dass ich lieber bis zu den Ferien noch ein bisschen arbeite, als mich auf mein Glück zu verlassen, um das Ferienbudget zusammenzukriegen, merke ich dann bei der "Zwei an einer Linie"-Station. Natürlich gelingt es mir nicht, sechs gleiche Symbole zu erdrehen.

Ein Sechser im Lotto, das wär's jetzt! Testet euer Glück an diesem Exponat.
Jetzt will ich noch wissen, wie hauptsächlich Westwinde durch die Corioliskraft entstehen. Munter schmeiße ich mir mit Dominik auf einer drehenden Scheibe einen Ball hin und her. Es gelingt mir kaum die Scheibe mit Pedalen anzutreiben, mich mit Dominik zu unterhalten und noch auf den Ball zu achten. Zack, kriege ich den Ball sogar ab. Dabei ertrage ich das Gelächter der Umstehenden einigermaßen würdevoll und auch die Bemerkung, dass Frauen doch eigentlich multi-tasking-fähig sein sollen…
Gar nicht so einfach gleichzeitig in die Pedalen zu treten und dabei den Ball hin und her zu werfen. Der Spaßfaktor ist aber enorm!
Fazit: Eine Ausstellung, bei der man sich in Ferienlaune ruhig an manchen Stationen etwas mehr Zeit zum Knobeln nehmen kann! Wenn man damit fertig ist, kann man sich ja dann beim Errichten von großen Bauwerken, brüllenden Löwen oder watschelnden Pinguinen im "Kapla-Krater" umgeben von 50.000 Steinen entspannen. Diese Aktion wird pünktlich zu Beginn der niedersächsischen Sommerferien gestartet.

Das ganze Sommerprogramm gibt es unter www.phaeno.de/sommer2016/

Montag, 13. Juni 2016

Zwei oder eins?

Meine Kollegin hat heute ein Experiment an mir ausprobiert. Ohne genau zu wissen, worum es ging, tat ich, worum sie mich bat. Ich sollte die Augen schließen und ihr den Unterarm entgegen strecken. Nach wenigen Sekunden spürte ich kleine "Pikse" auf meiner Haut. "Wie viele Pikse spürst du?", fragte sie mich. "Zwei", lautete meine "gefühlte" Antwort. Anschließend pikste sie mich ein paar weitere Male und fragte mich immer die gleiche Frage "Wie viele Pikse spürst du?".

"Wie viele Pikse spürst du?" – "Eindeutigt zwei!"
Nach dem letzten "Piks" durfte ich die Augen öffnen, während sie immer noch den Bleistift auf meinem Unterarm gedrückt hielt. Als ich auf meinen Arm hinunter sah, war ich doch sehr überrascht zwei Bleistifte zu sehen: Ich nahm nur einen wahr. Warum habe ich nur einen gespürt?

Zwei Bleistifte so nah nebeneinader habe ich als einen kleinen Stich empfunden.
Meine Kollegin erklärte es mir so: Je weiter sie den Abstand zwischen den Bleistiften wählte, desto besser spürte ich die beiden "Pikse". Beim letzten "Piks" drückte sie die beiden Bleistiftspitzen ganz nah nebeneinander in meine Haut, da konnte ich die beiden nicht mehr unterscheiden. 

Damit wir etwas fühlen können, brauchen wir "Sensoren", von denen die Signale wahrgenommen und an unser Gehirn weitergegeben werden. Umso mehr sich pro Quadratzentimeter in der Haut tummeln, desto mehr Einzelheiten kann man ertasten. Am Finger beispielsweise befinden sich viele solcher Sensoren auf kleiner Fläche. Testet, wie das Experiment dort ausfallen wird.


Drückt den Korken mit den zwei Stecknadeln an unterschiedliche Stellen am Finger.
Tipp: Probiert bei eurem nächsten Besuch die Experimentierstationen in unserem "Spürsinn"-Bereich aus. Vom Nagelbrett über das Tasttheater könnt ihr eurem individuellen Spürsinn auf den Grund gehen.
Traut ihr euch auf das Nagelbrett?

Montag, 6. Juni 2016

Wie eine Paranuss Leben rettet!

Machst du eine Müslipackung auf, hast du meist Glück! Die besten Bestandteile wie Nüsse oder große Schokostückchen liegen oben! Das Phänomen heißt Paranuss-Effekt. Doch wie kann man damit Leben retten?

So sieht das Müsli aus, wenn es direkt aus der Packung geschüttet wird.
Schüttelt man die Müsli-Packung, fliegen die Bestandteile nach oben und fallen wieder nach unten. Es entstehen Lücken zwischen den Müsli-Leckereien. Für eine kleine Haferflocke ist es nun sehr viel wahrscheinlicher, dass sie eine Lücke findet und beim Fall nach unten unter eine Nuss passt.


Nach dem Schütteln liegen die Nüsse oben im Glas und die Haferflocken unten.
Das Ergebnis: Nach dem Schütteln liegt die Nuss oben in der Packung und die Haferflocke unten. Soweit die Theorie. Sind nun einige Teilchen aber viel größer und schwerer als andere, können sie auch mal unten in der Packung landen. Auch für Physiker ist dies ein schwieriges Rätsel. Und für die Industrie ist dieses Problem auch von Bedeutung. Bei Nahrungsmitteln möchte man genau wissen, wie sich die Bestandteile in einer Verpackung verteilen. Es gibt dazu Theorien von Wissenschaftlern, die sich in der Praxis noch nicht bewährt haben.

Eine Idee hat aber praktischen Nutzen:  Das Paranuss-Phänomen nutzten Techniker, um einen Lawinen-Rucksack zu entwickeln. Wird eine Lawine ausgelöst, öffnet sich dieser wie ein Airbag. Wie die Paranuss im Müsli soll dann der Mensch oben auf der Lawine treiben und bessere Überlebenschancen haben.


Am Exponat "Schüttel-Sortieren" kann man ab dem 18. Juni in der Ausstellung "Effekthascherei" den Paranuss-Effekt ausprobieren.
Tipp: In der neuen Ausstellung "Effekthascherei", ab 18.6. im phaeno, könnt ihr dieses Phänomen auch an dem Exponat "Schüttel-Sortieren" ausprobieren.

Dienstag, 31. Mai 2016

Von kleinen Holzplättchen zu einem Schloss

Wow, dieser Wille hat mich echt umgehauen: Der Geschichte nach hat der Kapla-Gründer mit Holzplättchen experimentiert, um sein Schloss zu errichten. Was er auch tatsächlich realisiert hat. Respekt! Das Schloss existiert immer noch.


Unglaublich, aber wahr: Der Kapla-Gründer hat sein Schloss nach der Vorlage aus Holzplättchen gebaut.
Und erst danach kam er darauf, daraus ein Spielzeug für Kinder und Erwachsene zu machen. Mit Erfolg! Da wir im phaeno in der Sommeraktion über 50.000 Holzplättchen im Hause haben werden, haben Katharina und ich uns heute verabredet, um es mal als Spielzeug für eher ältere „Kinder“ auszuprobieren. Dafür haben uns die Kapla-Experten eine kleine Kiste mit 16 Klötzchen und allerlei Aufgaben bei ihrem Besuch im phaeno da gelassen. Es gibt immer nur eine Zeichnung und man muss selbst herausfinden, wie man die Plättchen aufbaut.


Das Bauen mit den Holplättchen erfordert höchste Konzentration!
Meine Kollegin hat das ruhigere Händchen. Ich muss mich in sehr viel Geduld üben. Der erste Versuch: Ein Holz-Männchen aufbauen: Das Männchen bekommen wir gemeinsam hin. Schön ist das Moment des Gelingens.


Es herrscht große Freude, wenn die Figur gelingt.
Dann stellen wir uns der zweiten Figur. Einer Art Vogel: Viele Fehlversuche folgen und meine Kollegin beginnt, zu philosophieren: Umso schwerer die Figur, desto größer wird das Glücksmoment des Erfolgs.


Die Vogel-Figur hat es richtig in sich, ein wahrer Balanceakt.
Sie schafft es dann: Und ich kann mich mit ihr freuen. Ist doch auch was…. Ich nehme mir vor, es in ruhiger Atmosphäre noch einmal zu probieren!


... nach sehr, sehr vielen Versuchen ist die Figur gelungen.
Durch ihren Erfolg im Rausch stellt sie sich der nächsten schwierigen Figur: Auch hier braucht man viel Geduld, viel Ausprobieren für den richtigen Weg. Doch auch diese Figur, genannt Briefkasten, gelingt ihr mit Bravour.


Was einfach aussieht, benötigt doch sehr viel Fingerspitzengefühl und Geduld. Gelingt es einem, ist die Freude groß!
Ich muss noch ein bisschen üben und suche mir eine (vermeintlich) einfache Figur aus: Ein Dach. Und  - meine Kollegin stimmt mir zu: Die ist wiederum viel schwieriger als sie aussieht. Diese Figur gelingt mir auch. Und jetzt verstehe ich, was meine Kollegin gemeint hat: Das Scheitern gehört einfach dazu. Nur dann kann man den Erfolg so richtig genießen. Ich werde diese Plättchen also mit nach Hause nehmen und üben, üben, üben!


"Ich werde diese Plättchen also mit nach Hause nehmen und üben, üben, üben!"
Vielleicht finden wir dann auch bald neue Herausforderungen, die wir als neue Idee anderen als Rätsel aufgeben können.

Fazit: Die Plättchen-Rätsel eignen sich auch für ältere Kinder und Erwachsene, da man den Schwierigkeitsgrad selbst bestimmen kann.

Tipp: Vom 23.6.–3.8.2016 stehen 50.000 Kapla-Holzplättchen zur Verfügung, um der Fantasie freien Lauf zu lassen! Unbedingt ausprobieren!