Montag, 18. Juli 2016

Yes-Mechanik!

Yes. Dieses geschriebene Votum aus Zahnrädern, motiviert mich für die weiteren "MechanixX"-Stationen, die meine Kollegin und ich uns für heute vorgenommen haben! 

"Yes" – Ein eindeutiges Bekenntnis zur Mechanik.
Eindeutig ein Yes erhält die Acht, die man mithilfe zweier Kurbeln nachfahren muss. Das ist ganz schön schwierig. Hirn und Hand wollen nicht so richtig zusammenarbeiten. Und umso mehr ich nachdenke, desto schlechter läuft es. So probiere ich die beiden Kurbeln erstmal einzeln aus. Die eine bewegt den Stift nach oben und unten, die andere nach links und rechts. Jetzt wage ich mich noch einmal an die Acht. Und ich werde immer und immer besser. Und wo hakt es am meisten: Klar, an der Stelle, wo man bei der Acht, die Richtung wechseln muss. Die Station trainiert eindeutig die Hirn-Hand-Koordination, die so wichtig für Handwerker oder Musiker ist. Yes! 

Gar nicht so einfach das Ausmalen der Acht mit beiden Händen zu koordinieren.
Weiter geht es zur Balancierstab-Station. Die mag meine Kollegin besonders gerne. Sie nimmt den Stab in die Hand und balanciert ihn gekonnt. Natürlich weiß sie schon, dass man die Kugel nach oben nehmen muss. Obwohl wir das schon öfter ausprobiert haben, gebe ich zu, dass man die Kugel immer wieder lieber unten am Stab haben will. Ich glaube die Nähe vermittelt ein Gefühl von Sicherheit. Bei mir funktioniert das jedenfalls so. Doch durch Ausprobieren wird schnell klar, dass man andersherum besser balancieren kann. Diese Stationen bekommt von mir auch ein großes Yes! 

Das erste Gefühl trügt! Auf diese Weise ist das Balancieren des Stabs viel schwieriger.
Das größte Yes, erhält aber heute die unscheinbarste Station. Dort sieht man fünf unterschiedliche Kegel, die man anheben soll. Durch Anheben erfährt man, dass die Kraft der Finger am besten wirkt, wenn der Kegel steiler ist. Den flachen Kegel kann man kaum noch anheben! 

Greifbar oder nicht mehr greifbar? Ausprobieren!
Tipp: Schnell zugreifen, denn die "MechanixX"-Ausstellung ist nur noch bis zum 14.08.2016 zu sehen.

Montag, 11. Juli 2016

Sauber und bakterienfrei?

Putzen, Putzen, Putzen… alles sauber? Ich mache heute den Test im Labor. Meine Kollegin Daniela steht mir zur Seite, da sie mitgeholfen hat, diesen Versuch zu verbessern. Oh, wie schön. Hier herrscht richtige Laboratmosphäre. Ich ziehe mir also einen Kittel über, Handschuhe an und los geht’s. Wie bei allen Versuchen in diesem Bereich leitet mich der Computer durch den Versuch. Ich entscheide mich dafür Toilettenreiniger, antibakterielles Spülmüttel und Flüssigseife miteinander zu vergleichen.

Diese drei Reinigungsmittel werden gleich auf ihre Wirksamkeit getestet.
Zuerst lege ich zwei Kontrollproben an. Eine nur mit Nährmedium ohne Bakterien und eine nur mit Bakterien. Dann kommen in einen Thermoblock, damit die Bakterien es auch schön warm haben, drei Proben mit Nährmedium und Bakterien. In die erste gebe ich jeweils einen Tropfen Toilettenreiniger, in die zweite das antibakterielle Spülmittel und in die dritte die Flüssigseife. Daniela und ich freuen uns nun sehr über das neue Hilfsmittel: den Lab-Dancer! Dieser rüttelt die Proben richtig gut durch. Jetzt müssen wir ein paar Minuten warten, damit die Reinigungsmittel ihre Kraft entfalten können. In dieser Zeit schaue ich mir einen Film über Bakterienwachstum auf verschiedenen Oberflächen an und bin beruhigt. Wissenschaftler haben z. B. herausgefunden, dass sich auf Türklinken oder Handläufen von Rolltreppen sehr wenig Bakterien befinden. Von Desinfektionsmitteln in normalen Haushalten raten die Wissenschaftler strikt ab. Vor allem sollte man auf keinen Fall die Hautflora beschädigen, die vor Bakterien schützt. Aha! 

Dieser Lab-Dancer vermischt die Proben gut und macht richtig Spaß!
In der Zwischenzeit ist meine Probe fertig und ich kann den Test machen. Ich gebe einen Indikator zu allen Proben dazu. Dieser Farbstoff ist richtig pfiffig. Nur in lebenden Bakterien leuchtet dieser Farbstoff unter UV-Licht grünlich. In abgestorbenen Bakterien dagegen nicht.

Die Bakterien ohne Reiniger leuchten schön grünlich. Das Nährmedium gar nicht. Das hat schon einmal gut geklappt. Toilettenreiniger und bakterielles Spülmittel haben kaum etwas gebracht. Sie leuchten auch schön grünlich. Die Flüssigseife dagegen hat die Bakterien deutlich dezimiert. Das Ergebnis überrascht uns so, dass wir den Versuch noch einmal durchmachen. Und sogar die Reinigungsmittel noch einmal neu auffüllen. Es hätte ja etwas vertauscht werden können.


Vieles leuchtet grün! Nur die Flüssigseife weniger. Sie hat die Bakterien abgetötet!
Aber das Ergebnis bleibt dasselbe. Obwohl es nicht genau das Ergebnis war (wie so häufig bei Forschungsarbeiten!), was wir vermutet haben, hat das Forschen sehr viel Spaß gemacht.

Ich werde den Versuch noch einmal in ein paar Wochen wiederholen. Eigentlich hatte ich dem Toilettenreiniger die meiste Kraft zugetraut. Der Seife am wenigsten.

Montag, 4. Juli 2016

Jo-Jos bauen aus Knöpfen und CDs

Fantasievolle Jo-Jos soweit das Auge blickt: Kleine, große und bunte! Im TechLab werden über die Ferien Jo-Jos gebaut. Heute habe ich mich auch daran versucht. Und ich muss zugeben, das Bastelfieber hat mich gepackt. Zwei verschiedene Jo-Jos habe ich ausprobiert. Ein Knopf- und ein CD-Jo-Jo.

Zuerst bastle ich das Knopf-Jo-Jo. Man kann zwischen verschiedenen Knöpfen wählen. Wichtig ist nur, dass beide gleich groß sind. Ich suche mir zwei mittelgroße rosa Knöpfe aus.


Die Farbe ist so schön sommerlich! Als nächstes benötige ich Garn. Aus einer Fülle von Farben  entscheide ich mich für einen gelben Faden. Ein typisches Mädchen-Jo-Jo soll entstehen. Eingefädelt und dann geht es auch schon los. Ich vernähe die beiden Knöpfe fest miteinander.


Dann kommt der nächste Schritt. Erneut schneide ich ein Stück Garn ab. Dieses Band wird die Jo-Jo-Schnur. Mit zwei Knoten binde ich sie am Steg zwischen den beiden Knöpfen fest, wickle die Schnur auf und verknüpfe das Schnurende zur kleinen Schlaufe für den Finger.


Ich bin schon gespannt, ob mein Jo-Jo genauso funktioniert, wie die Test-Jo-Jos von meinen Kolleginnen und Kollegen. Und tadaa, es funktioniert einwandfrei.


Der Erfolg motiviert mich so sehr, dass ich mich an das CD-Jo-Jo herantraue. Hier ist schon ein bisschen handwerkliches Geschick gefragt. In zwei gleiche Holzscheiben bohre ich mithilfe eines Handbohrers jeweils ein Loch.


Hier muss ich mich richtig anstrengen, das Bohren erfordert Kraft. Anschließend befreie ich die Scheiben mit einem Handentgrater durch Drehen von Splittern.


Wenn ich mit dem Finger nun darüber gleite, fühlt es sich schön weich an. Nun muss das Mittelstück, das die beiden CD-Scheiben miteinander verbindet, zurechtgesägt werden. Vorher messe ich den Holzdübel aus und markiere die Stelle, an der ich die Säge ansetzen muss. Das Sägen fällt mir zuerst nicht leicht, doch bald habe ich es geschafft.


Nun geht es darum die Einzelteile miteinander zu verbinden. Auf die CDs klebe ich mithilfe von Heißkleber die beiden Holzscheiben mittig auf.


Mit ein wenig Holzleim befestige ich den zugesägten Holzdübel in der Holzscheibe. Nun binde ich um das Mittelstück eine Schnur, die ich vorher zurechtgeschnitten habe.


Diese muss lang genug sein, so dass sie sich später aufwickeln lässt. Damit sie richtig fest ist, klebe ich sie mit Sekundenkleber an. Wenn sie locker ist, lässt sich das Jo-Jo später nicht gut verwenden. Sobald alles trocken ist, befestige ich die zweite CD an dem Holzdübel. Und fertig ist das Jo-Jo.
Nun kann ich es noch mit verschiedenen Stickern und Glitzerfolie dekorieren, aber vorerst spiele ich eine Runde. Dafür bin ich einfach zu neugierig.


Die Technikwerkstatt "Jo-Jo-Bau" läuft täglich bis zum 3.8.2016 von 14 bis 17 Uhr. Weitere Termine erfahren Sie hier.

Montag, 27. Juni 2016

Mit Kapla mehr als hoch hinaus!

So schnell geht mehr. Die Vorschulkinder eines Kindergartens aus Hannover haben Marie Pascale Marsaly vom Kapla-Zentrum in Paris entdeckt. Mit ihr zusammen erfahren sie schnell, dass man mit den Holzplättchen nicht nur einfach so Türme bauen kann. Obwohl ich das schon für Fünfjährige eine große Leistung fand. Die kleinen sind aber gut vorbereitet. Auch in ihrem Kindergarten gibt es Kapla. Durch kleine Hilfestellungen zeigt ihnen Marie Pascale, was man alles noch machen kann. Sie zieht mal dort mal da an den Bauten und schon verbinden die Kinder die beiden Türme mit einer Brücke. Sie gibt nur kleine Ideen vor und die Kinder übernehmen die Inspirationen sofort.

Die Kinder verstehen Marie Pascales Anleitung auch ohne Worte!
Obwohl sie die Sprache nicht verstehen. Marie Pascale spricht kein deutsch. Aber eine gemeinsame Sprache scheint bei den kleinen und großen Baumeistern nicht nötig zu sein. Sehr geschickt baut Marie Pascale mit ihnen. Plötzlich können die Kinder sogar kleine Kuppeln bauen. Am Ende ist innerhalb von 20 Minuten eine ganze Landschaft entstanden!

In wenigen Minten können die Kinder Kuppeln bauen und einzelne Bauten durch Brücken verbinden.
Die Erzieherin, die die Kleinen begleitet, staunt nicht schlecht. Leider müssen sie jetzt zum Zug und Marie Pascale hat Zeit, mit mir zu plaudern. Auch ihr merkt man das Bedauern an. Ihre Welt ist das gemeinsame Bauen. Keine Minute vorher hätte sie die Kinder und das kreative Arbeiten verlassen.

Mit sehr viel Geschick und Ehrgeiz bauen die Kita-Kinder eigenständig, was ihnen Marie Pascale vorgibt.
Vor dreißig Jahren gründete Marie Pascale Marsaly das Pariser Kapla-Zentrum. Ihr geht es um viele wichtige Dinge, wenn sie dort Workshops anbietet. Die Kinder sollen zusammen arbeiten, zu einem Thema etwas lernen (Brücken bauen) und eine ganze Szene erstellen, außerdem ihre Kreativität ausleben und weiterentwickeln.

Sehr beeindruckend! Super gemacht, Kinder!
"Das geht auch", meint sie, "wenn man mit Kapla alleine baut". Nur dann werden andere Fähigkeiten weiterentwickelt. Das geht bis zu fast meditativen Tätigkeiten. Auch Erwachsene kommen in ihr Zentrum. Dann steht vor allem Teambuilding im Vordergrund.

Und eines habe ich von Marie Pascale, die kaum still stehen kann und immer weitere Ideen hat, besonders gelernt. Die etwas ältere Dame (das Alter wird nicht verraten!) ist ein gutes Beispiel dafür, dass Kreativität jung hält.

Kaum ist ein Projekt abgeschlossen, da fängt Marie Pascale bereits das nächste an!
Was alles entstehen kann, wenn man mit etwas Hilfe zusammen mit den Meistern baut bestätigen die Bilder. Fazit: Unbedingt ausprobieren!! Es gibt genug Kapla-Steine für die nächsten Ideen und Helfer stehen gerne zur Seite, wenn es mal nicht weiter geht.