Montag, 17. Februar 2014

Ein Tag im Leben eines p(w)m

Sie begrüßen die Besucher, unterstützen beim Experimentieren, zünden den Feuertornado und vieles mehr: Die phaeno Men und phaeno Women, die Ausstellungsmitarbeiter im phaeno. Und einen von ihnen durfte ich einen Tag lang begleiten.

Ich traf mich mit Swen im Pausenraum. Der Tag begann mit der Morgenbesprechung. Für mich ist es immer noch schwer, die Einsatzpläne zu durchschauen, aber das kann man schnell lernen. Wichtig:  Etwa alle halbe Stunde werden die Aufgaben gewechselt, damit der Tag abwechslungsreich ist und die Besucher immer mit vollem Elan begrüßt werden.

Jeden Morgen wird der Tagesplan besprochen.
An dem Tag mit Swen habe ich z. B. gelernt, dass „p“ für das Putzen der Exponate steht. Ja, auch dies gehört zu den Aufgaben, ab und zu. Swen musste nun alle Exponate im hinteren Bereich kontrollieren und bei Bedarf das Tuch schwingen. Die p(w)ms wissen einfach am besten, welches Exponat wie zu behandeln ist.
 
Die vielen Scheiben sind besonders anfällig für Fingerabdrücke.
Um Punkt 9 Uhr dann die Durchsage des Tageschefs über die Walkietalkies, dass die Türen geöffnet werden. „Und allen viel Spaß!“

Kurz darauf  kam auch schon die Anforderung von der Kasse: „Ein Meet & Greet, bitte.“ Das ist eine Begrüßung für eine Schulklasse. Wir fuhren also runter zur Kasse, Swen begrüßte kurz die Lehrer und Schüler und dann fuhren alle wieder hoch.

Die Fahrt auf der Rolltreppe „entführt“ die Schüler in die Experimentierlandschaft.

Nachdem Jacken und Rucksäcke verstaut waren, erklärte Swen wo Toiletten, Info und Picknickbereich sind, dass auf den Schrägen bitte nicht gerutscht und geklettert werden sollte, und dass die p(w)ms immer gern mit Rat und Tat zur Seite stehen. Und dann ging es mit allen zu einem Exponat.
 
Swen führte die Schüler in die Matheausstellung.

Diese Schulklasse war mit ihrem Mathelehrer da, also führte Swen sie in die Matheausstellung und zeigte ihnen die Pendelwelle: Unterschiedlich lange Pendel werden gleichzeitig angestoßen und erzeugen beim Schwingen verschiedene Muster. Anschließend stoben die Schüler in alle Richtungen auseinander, um selbständig die Ausstellung zu erkunden.

Auf das Meet & Greet folgte ein kleines Training für p(w)ms an dem Exponat „Magnetische Bezirke“, das seit längerer Zeit zur Reparatur war und nun wieder in der Ausstellung ist.
 
Swen und Kollege Linus verfolgen interessiert die Erläuterungen im Training.
Dominik Essing, wissenschaftlicher Mitarbeiter, erklärte, dass die Besucher hier mit einem Magneten die Muster einer dünnen Schicht magnetischen Materials verändern können. Außerdem erläuterte er die Hintergründe: Bei ferro-magnetischen Stoffen gibt es Bereiche gleicher magnetischer Ausrichtung. Durch den Magneten vergrößern sich diese Bereiche und richten sich gleich aus. Hier gibt es detaillierte Informationen und Bilder zu dem Phänomen. Dominik konnte dies super spannend erklären, ich war sehr beeindruckt.

Als wir danach zum Hexenhaus kamen, wartete dort schon eine lange Schlange. Swen beeilte sich, das Haus einzuschalten. Er öffnete die Tür für die ersten Besucher, gab ein paar Sicherheitshinweise und  dann konnte es los gehen. Er drehte den Schlüssel, der den Motor aktivierte, schubste das Haus an und es drehte sich um die jauchzenden Besucher. Ich habe Swen dann erstmal allein gelassen. Eine halbe Stunde zuschauen, wie er das Haus dreht, musste ich dann doch nicht.

Die Schlange am Hexenhaus wurde nur langsam kürzer.

Die nächste halbe Stunde verbrachte Swen an der Info und begrüßte neue Gäste bzw. half, wann immer Fragen aufkamen.

Sieht er nicht ein bisschen wie ein Lokführer in seinem Führerstand aus?

„Welche Fragen werden denn am häufigsten gestellt?“ fragte ich ihn. „Also, die normalsten Fragen sind wohl, wo die Garderobe ist, wo man am besten anfängt, wo die Toiletten sind und wo die Sonderausstellung bzw. andere besondere Dinge sind. Etwas wirklich Kurioses ist mir noch nicht passiert, allerdings ist es immer wieder witzig, wenn man gefragt wird wo man denn hier sein Auto abholt.“

Auch ein Punkt im Einsatzplan: „Spielen“. So bleiben die p(w)ms immer auf dem Laufenden, was gerade wo steht, wie aussieht und wie funktioniert. Außerdem dient dies auch dazu, Fehler an Exponaten aufzutun, die dann korrigiert werden können. Wir nutzten diese Zeit zusätzlich, um ein paar Fotos zu machen.

Spaß haben erwünscht!

„Alles Roger hier oben.“

Der Kompass hing schief in seiner Fassung. Swen informierte die Werkstatt.

Nächster Punkt laut Einsatzplan: Van der Graaff-Generator. Supi, den hatte ich selbst auch noch nicht ausprobiert. Jetzt durfte ich mal.
 
Ich opferte meine Frisur.

Swen erklärte mir, dass ich still stehen bleiben musste und die Hand nicht loslassen durfte. Dann schaltete er den Bandgenerator an. Über ein Fußpedal regelte er die Intensität. Es kribbelte leicht in meinem Arm und die Haare flogen hoch. Unsere Kollegin Tanja hielt das Geschehen im Bild fest.

----- Mittagspause -----

Nach der Pause folgte die Aufsicht beim Feuertornado. Kollege Steven moderierte und zündete diesen, Swen passte oben an der Brüstung auf, dass sich niemand hinunter lehnte und auch sonst nichts passierte.



Anschließend nutzte Swen die kurze Pause, um sich im Pausenraum auf den späteren Workshop vorzubereiten.


Vor dem Workshop ging es jedoch noch zum Dunkelraum, um dort Nora abzulösen. „Es sind gerade vier Mädels und zwei Jungs drin. Hab ein Auge auf Patrick. Das ist der mit der Jacke. Er müsste gleich wieder rauskommen. Als nächstes ist diese Gruppe dran.“ So in etwa sieht die typische Übergabe am Dunkelraum aus. Und weg war Nora.
 
Der komplett dunkle Raum verleitet zu kleinen Dummheiten. Deswegen verfolgen die p(w)ms das Geschehen auf Bildschirmen.

Der letzte Punkt auf dem Einsatzplan war dann der Workshop „Lebensmittelchemie“. Den sollte Swen gemeinsam mit Annette durchführen. Beide hatten eine Viertelstunde Zeit für Vorbereitungen: Alle Utensilien für die Experimente zusammen suchen, noch einmal alles kontrollieren und gemeinsam die Vorgehensweise besprechen.

Der Tee für das Experiment „Wo kommt das Rot her“, bei dem ermittelt werden soll, welcher Farbstoff in Hagebuttentee steckt, musste nachgefüllt werden.

Dann holte Swen die Schulklasse von der Info ab und los ging es.
 
„Herzlich willkommen im BioLab. Meine Wenigkeit, der Swen, und meine liebe Kollegin Annette freuen uns, dass ihr da seid!“

Den Workshop habe ich dann nicht mehr begleitet. Swen wird anschließend noch mit Annette aufgeräumt haben, bevor er in den Feierabend ging.

Für mich war es ein guter Einblick in die Arbeit eines p(w)ms und eine tolle Abwechslung zum Alltag im Team Kommunikation. Ich hatte eine wirklich schöne Zeit. Danke Swen!

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