Montag, 24. Februar 2014

Versuch und Irrtum: Plastikschnipsel warum tanzt du nicht?

Das ist die Wahrheit, die jeder Forscher zu Genüge kennt: Viele Versuche klappen einfach nicht! Warum fühlt sich ein Sitz wärmer an, wenn einer drauf saß? Kann ein Plastikschnipsel über einem Luftballon tanzen? Kann man eine Seifenblase haltbar machen?

Test, test mit Olivia, klappt der Versuch?
Immer wieder probieren wir im phæno Versuche wie diese nicht nur für das Schul- und KiTa-Programm, sondern auch fürs Internet oder für Zeitungsserien aus. Oberstes Gebot: Die Versuche müssen nachvollziehbar und korrekt sein. Deswegen müssen diese natürlich erst mal vor der Verwendung eingehend selbst getestet werden. Dies macht Spaß, aber kann auch manchmal ganz schön Frust erzeugen. Dass dabei viele Versuche rausfallen, weil irgendetwas nicht klappt, zeigt dieser Blogeintrag.

Dieser Versuch überzeugt nicht. Warum empfinden wir einen Sitz mit "Vorgänger" als wärmer?
Über den ersten Versuch, der nicht so funktionierte, wie er sollte, hatte ich einen tollen Artikel gelesen, den ich witzig und spannend fand. Es ging darum, dass man einen Sitz immer als warm empfindet, wenn man sich drauf setzt, wenn vorher einer drauf saß. Dies könne aber eigentlich nicht sein, da der verlängerte Rücken ja immer viel wärmer oder gleich warm ist als der Sitz. Hm. Wieso empfinden wir den Sitz dann als wärmer? Die Theorie: Das Gehirn sagt uns, dieser Sitz ist zu warm, weil wir eigentlich einen kalten Sitz erwarten. Wir haben das Experiment nachgeprüft und kamen zu einem vorläufig anderen Ergebnis. Denn wir haben die Temperatur direkt auf der Hose gemessen. Und die war 27 ° C warm. Der Sitz war vorher 21 ° C  "kalt" und fühlt sich kalt an. Als wir darauf saßen, erwärmte er sich auf 29 ° C und war also wärmer als unser Gesäß an der Hosenaußenseite. Also war das spannende Alltags-Thema erst mal ad acta gelegt.

Versuche machen Spaß
Genauso wie der Versuch mit einem Luftballon. Angeblich soll man mit einem Luftballon einen prima Versuch zu Elektrostatik machen können. Ein paar einfache Versuche klappten auch sofort. Luftballon am Pulli rubbeln und dann die Haare zu Berge stehen lassen. Kennt fast jeder. Doch einen kleinen Tütenschnipsel darüber konnten wir nicht zum Tanzen bringen. Also weg damit.

Erst Spaß, dann Frust: Luftballonversuch mit Tütenschnipsel!
Viele bewährte Versuche aus unseren Workshops und Fortbildungen klappen jedoch. Kein Wunder, sie sind ja sehr gut vorbereitet und schon zigmal von vielen Personen getestet wurden. Sie finden also oft Eingang in Artikel und Internetbeschreibungen. Eine wahre Fundgrube für tolle Versuche ist dabei auch unsere Kollegin Olivia, die sehr viele Experimente z. B. für Kita-Fortbildungen eingehend ausprobiert und getestet hat.

Besonders genau ist auch unser Kollege Dominik aus dem Team Ausstellung, der als Physiker die wissenschaftliche Beschreibung überprüft. Oft gehe ich nämlich zu Gunsten der Verständlichkeit über das Ziel hinaus und dann wird zusammengestrichen oder umgeschrieben. Da aber Dominik die Versuche auch spannend findet und gerne etwas erklärt, finden wir immer einen Kompromiss.

Derzeitiger Lieblingsversuch: Kann man so noch trinken?
In manche Versuche, die sehr gut klappen,  habe ich mich richtig verliebt und schon mehrere Leute, mit denen ich privat Kaffee getrunken habe, verblüfft. Mein derzeitiger Lieblingsversuch ist der „Strohhalmtrick“. Hier feilten Dominik und ich lange an einer verständlichen Erklärung.

Geplatzer Traum: Die Seifenblasen ließen sich bisher nicht konservieren!
Ein weiterer, fast poetischer Versuch, Seifenblasen in einem Konservenglas lange haltbar zu machen, klappte leider bisher nicht. Die Seifenblase ließ sich einfach nicht in das Glas einsperren. Die Theorie dazu: Das Großraumbüro hat zu trockene Luft. An dem spannenden Thema bleiben wir also noch weiter dran. So bleibt das Schreiben über Versuche spannend und ein Experiment für sich.

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