Montag, 24. März 2014

Der Künstler Daniel Wurtzel sprach im phaeno über seinen Federbrunnen



Performances mit Luftskulpturen von Daniel Wurtzel waren bei großen Shows wie bei den Olympischen Winterspielen, beim Cirque du Soleil oder beim Supertalent 2011 zu sehen. Außerdem stellt der New Yorker Künstler in Museen und Science Centern aus. Daniel Wurtzel baute im phaeno seinen „Federbrunnen“ selbst auf.

Zum ersten Mal traf ich den sympathischen Künstler bzw. er mich auf der Suche nach einer Tasse Kaffee. Ich begleitete ihn zum Kaffeautomaten. Apropos Kaffee: Latte Macchiato scheint es in Brooklyn nicht zu geben. Beim ersten Versuch wollte sich Daniel Wurtzel in einer Espresso-Tasse einen Latte Macchiato holen. Das wäre fast schief gegangen. Als ich ihn nun zu einer zweiten Tasse Kaffee ins Restaurant zum Interview einlud, wünschte er sich einen Cappuccino: „Den kenne ich, da kann nichts passieren“, sagte er schmunzelnd. Nachdem wir uns zwei Tassen gefahrlos gesichert hatten, begannen wir mit dem Interview:

Daniel Wurtzel erklärt mir seinen Federbrunen

Wie sind Sie auf die Idee des Federbrunnens gekommen?

Ich war als Künstler gerade in einer Phase, wo ich mich fragte, was soll als Nächstes kommen. Etwas Neues, total Unterschiedliches wie vorher. Da sah ich, wie ein Ahornblatt mitten auf dem Gehsteig tanzte. Es wirbelte um seinen Stiel herum, über einem Abzugschacht der U-Bahn. Ich starrte fasziniert auf dieses Blatt. Ich war überrascht. Einige Zeit später realisierte ich, was ich da gesehen hatte und kam zurück. Ich wollte DAS Ahornblatt finden. Was mir natürlich nicht gelang. Aber ich wusste, dass ich in dieser Art etwas machen wollte. Die Idee des „Federbrunnens“ war geboren. An dem Federbrunnen habe ich dann acht Monate gearbeitet und viel über Luftströmungen gelernt.

Daniel Wurtzel mit seinem Federbrunnen im phaeno - Foto: Matthias Leitzke

Was waren die Schwierigkeiten?

Zuerst machte ich ein Loch wie bei einem Brunnen in der Mitte des Exponats. Das hat überhaupt nicht funktioniert. Die Federn blieben einfach hängen. Dann machte ich das Loch zu und probierte viele verschiedene Formen über dem „ehemaligen Loch aus“.

Federbrunnen: die Entwicklung des Exponats in der Skizze
Die Halbkugel ist nun die perfekte Form. So bleiben die Federn nicht hängen und sammeln sich nur, um aufzusteigen. Auf die Anordnung der Gebläse kam ich im Traum. Ich hatte mich so damit beschäftigt, dass ich genau von dieser kreisförmigen Anordnung träumte.

Was wollen Sie mit Ihrem Kunstwerk bei den Zuschauern bewirken?

Ich möchte eine Art hypnotische Wirkung erzeugen. Man kann die Federn in vielen verschiedenen Arten betrachten: Ihre Schatten, ihre Spiegelung, sogar ihren Klang. Die Symbolkraft dahinter kann jeder selbst für sich entdecken. Es ist für mich eine Verbindung zwischen Himmel und Erde – ein Himmelszelt.

Auch Engel haben Federn...Es  ist wichtig, dass die Federn weiß sind. Der Betrachter soll durch eine Farbe wie pink oder schwarz nicht von der Wirkung des Federbrunnens abgelenkt werden.

Für mich ist auch das Medium Luft wichtig. Luft ist unsichtbar. Man kann sich erstmal nur vorstellen was passiert. Es bleibt mysteriös.

Sie stellen im phaeno aus. Haben Sie schon ein Lieblingsexponat entdeckt?

Oh es sind so viele. Ich liebe die Kunstwerke von Ned Kahn. Er ist fantastisch. Aber auch die Spiegelexponate haben es mir angetan. Das will ich vielleicht mal in meine Arbeit einbauen.

Daniel Wurtzel fasziniert von Ned Kahns Sturmexponat "Abyssal storm"

Was sagen Sie über den Ort ihres Exponats?

Ich finde es im Krater absolut perfekt. Ich liebe die Architektur des phaeno. Sie ist für mich ein „complete statement“.  Denn auch unter dem phaeno ist es toll. Ich habe schon gerne die Skater unter dem phaeno beobachtet.

Ich konnte in der Zeit, die ich da bin, beobachten wie toll das phaeno von Kindern und Erwachsenen angenommen wird. Ich freue mich, mit meinem Exponat zu der Ausstellung beitragen zu dürfen.

Vielen Dank für das Gespräch.

Anmerkung: Das Gespräch habe ich in Englisch geführt und dann übersetzt. Nur für „complete statement“ habe ich leider keine passende Übersetzung gefunden.

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