Montag, 31. März 2014

Wie entsteht eine phaeno Show?

Die Staubsaugerkanone wird für die neue Show getestet.
Stickstoffbrunnen brodeln, Wolkenringe fliegen, Staubsauger schießen – nein kein neuer Harry Potter Roman, sondern die neue Gas Show wird von Davy, dem Showorganisator im phaeno, vorbereitet.

Dies sieht man schon Wochen vorher Davys Arbeitsumgebung an.

Ideen für die neue Show werden auch mal im Büro getestet.
Seltsame Utensilien wie Erlenmeyerkolben, Glasröhren, Milchtüten, Eimer und vieles mehr werden auf dem Tisch gelagert und auch immer wieder Gelegenheiten gesucht, um Neues auszuprobieren. Ideen treffen bei ihm per E-Mail ein oder er wird auch einfach mal so auf etwas Neues angesprochen. Und dann ist die Stunde der ersten Proben mit den p(w)m (Ausstellungsmitarbeiter im phaeno) da.

Nina hat die erste Probe begleitet und die Fotos geschossen. Ich habe Davy anschließend ausgefragt, wie er eine solche Show vorbereitet und wie er selbst die Probe erlebt hat.

14 p(w)m nahmen an dem Training teil. Davy wollte zunächst die Show einmal so durchführen, wie er sie sich vorstellte. Zumindest war dies sein Plan. Die findigen p(w)m hatten aber schon währenddessen viele Ideen.

Alles blau?
Simon stellte sofort zu Beginn fest: „Das kann doch kein Zufall sein. Dies ist die „Luffffft-Show“ und Davy hat blaue Schuhe, eine blaue Hose, ein blaues Hemd, blaue Handschuhe und einen blauen Luftballon.“ Ist Luft also blau und Strom gelb?

Die Gas Show ist eine Show, deren Grundgerüst schon lange im phaeno angeboten wird. Manche „alten Hasen“ haben diese schon oft gemacht. Sie soll nun an die neue Luftausstellung angepasst werden. Dabei fallen einige alte Showteile weg und neue kommen hinzu. „Die Stimmung bei der Probe war super, vieles wurde auch detailliert analysiert“, erklärt mir Davy. Die Show soll aus zwei Teilen bestehen, erste Experimente veranschaulichen, dass Luft nicht Nichts ist und weitere, woraus sie besteht.

Eines der Lieblingsexperimente der Show von Davy ist Brett „Pitt“. „Ich mag es so gerne, da es ein total einfaches Experiment mit verblüffender Wirkung ist“, erläutert Davy.

So einfach kann Physik sein, mit dem Brett „Pitt“.
Ein Brett wird erst einfach so vom Boden mit einem Faden hoch gezogen. Das funktioniert ganz leicht. Dann wird auf das Brett eine Zeitung gelegt. Nun reißt der Faden beim Versuch! Warum? Das wird nur in der Show verraten. Bei der Probe funktionierte das Brett „Pitt“ zuerst nicht gut. Das Band riss zweimal hintereinander, auch ohne die Zeitung. Alle fragten sich warum? Faden zu dünn? Luftdruck heute höher? Boden schlecht geputzt? Oder lag es daran, dass der Faden „gebraucht“ war. Also bat Davy die p(w)m: „Verwendet bitte immer einen neuen Faden. Dann wird es schon klappen.“ Wie gut, dass es für solche Probleme die Proben gibt.

Viele phaeno Showmaster möchten den Gästen auch Tipps zum Experimentieren zu Hause mitgeben. „Da ist Brett ‚Pitt‘ natürlich super für geeignet“, meint Davy.

Ein weiteres neues Experiment ist die Stickstofffontäne. Ein richtiger Hingucker in der Vorstellung. Nicht das Experiment selbst war hier Stoff für viele Diskussionen. Mit Stickstoff scheint jeder gerne zu experimentieren. Es macht einfach Spaß. Nur wie kann man den Effekt am besten zur Geltung bringen: Rotes Licht, violettes Licht oder? Davy lässt den Vorführern viel Freiraum. Jeder kann beispielsweise seine Lieblingsfarbe benutzen und auch selbst entscheiden, woher das Licht kommt. 

Die p(w)m testeten verschiedene Lichtstimmungen.
Wird es am Ende wohl doch normales Licht sein?

Die p(w)m bringen bei der Probe immer wieder eigene Ideen ein. Davy bietet an, diese zu testen. Z. B. könnte man zwei Gäste aus dem Publikum um die Wette Kerzen durch Schlagen auf eine Flasche auspusten lassen.

Kann man Kerzen mit einer Flasche ausschlagen?
Jan-Ingo wünscht sich zusätzlich ein Experiment mit Bezug zu dem Luftbestandteil Sauerstoff:  Eine Kerze löschen, indem man ein Glas Kohlendioxid drüber auskippt. Und Marmeladengläser mit Kohlendioxid könnten als Gag als Feuerlöscher für zu Hause zum Verkauf angeboten werden.

Davy lässt viel Raum für Neues. „Ich liebe dieses Brainstorming. Ich muss nur dafür sorgen, dass es im Rahmen bleibt und nicht ausufert“.  Mal sehen, was davon am Ende in der Show übrig bleibt. Das jedoch entscheiden auch die Zuschauer mit. Was nicht gut ankommt, wird aussortiert.

Ein weiteres neues Experiment wurde ausgiebig getestet: Wolkenringe, die über die Köpfe der Zuschauer hinweg fliegen sollen.  Es folgte eine Diskussion darüber, wie man die Wolkenringe am besten sichtbar machen könnte. Der Verfolgerspot wurde kurzerhand abgebaut und auf der Bühne wieder aufgebaut.

Der Verfolgerspot musste umziehen.
Im richtigen Licht wirken die Nebelringe super.
Am Ende klappt das Experiment richtig toll und Davy ist sehr zufrieden.

Insgesamt ist Davy für ein gutes Grundgerüst der Show: Experimente und Ablauf bleiben im Prinzip gleich, aber Details darf jeder Showman und jede Showwoman selbst  in einem gewissen Rahmen variieren. Für Shows, besonders die, die lange laufen, ist ihm eines besonders wichtig: „Der Prozess der Optimierung ist nie abgeschlossen!“ Er ist kein Fan von Shows, die total auswendig gelernt werden. „Etwas Freiheit muss sein“, betont er.

Die Variationen halten die Show lebendig. So darf Simon – ein alter Hase im phaeno Show-Geschäft - sogar seine Idee für den Anfang der Show erst mal umsetzen.  Er dachte sich Folgendes aus: Viele Experimente in der Show werden mit Haushaltsutensilien realisiert: Zeitung, Milchtüte, Staubsauger, Kaffeekanne, Mülleimer, Kerzen. Warum also nicht „zu Hause“ einsteigen. Also auf dem Sofa sitzen, eine Zeitung lesen und dann loslegen?

Simon demonstriert schauspielerisch seine Idee.
„Für Show-Anfänger könnte so Einstieg noch zu schwer sein. Sie sollen sich erst mal auf die Experimente und die Erklärungen konzentrieren. Die müssen auf jeden Fall sitzen.“, so Davy.  Eins hat aber die Probe auf jeden Fall schon mal gezeigt:  Bei den p(w)m kam die neue Show gut an und Davy weiß: „Was hier schon einmal gut ankommt, klappt meist auch in der Show vor Publikum!“

Am Ende durften alle alles selbst ausprobieren. Dabei teilten die „alten Hasen“ ihre Erfahrungen mit den Neuen und gaben jede Menge Tipps, z. B.: „Achte auf deine Körperhaltung und zeige nicht zu lange dem Publikum den Rücken oder macht ein bisschen mehr Show: Sagt nicht, dass das nur heißes Wasser ist was auf den Stickstoff trifft, sondern sagt Zauberflüssigkeit.“

Aus Zauberflüssigkeit und Trockeneis zaubern die p(w)m Nebel.
Aber psst, nicht alles verraten.

Vielen Dank Davy für die Einblicke und toi toi toi für die Show! Die Showtermine gibt es hier.

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