Montag, 19. Mai 2014

afreakin‘ Bassplayer von Kolja Kugler – der wohl beeindruckendste Gast des Roboterfestivals 2014

Wow, war der afreakin‘ Bassplayer groß. Er bewegte sich unglaublich beeindruckend, da leuchteten die Augen der Besucher.

Kolja Kugler mit seinen Robotern
Auch ich war fasziniert. Tolles Teil. Ich sah ihn schon kurz, als er zusammengebaut wurde und ich erschrak mich. Er bewegte sich auch schon ohne Strom. Durch das Gewicht gab die Pneumatik seiner Gelenke beim Aufsetzen des Kopfes nach.
 

Der afreakin‘ Bassplayer ist Teil der One Love Machine Band des Berliner Künstlers Kolja Kugler. Der Schwerpunkt von Kuglers Arbeit liegt auf Skulpturen, wobei er mit unbeweglichen Skulpturen aus Schrott begann. Zum Bau von beweglichen, roboterähnlichen Skulpturen kam er erst im Laufe der Jahre. Im Vordergrund des Werks von Kugler blieb stets die Skulptur mit emotionaler Mimik und Gestik, nicht der Roboter als künstliche Maschine.
 

In seiner Robotershow präsentierte Kugler  im Wissenschaftstheater während des Roboterfestivals 2014 u. a. das „Können“ seines afreakin‘ Bassplayers.

video

Er war mit über 2 Metern der größte Roboter beim Roboterfestival, und hat womöglich auch am meisten Eindruck geschindet. Durch seine ausladenden Bewegungen und sein lautes Bassspiel wirkte er fast menschlich. Dabei bezeichnete Kugler ihn als weichen Reggae-Musiker, um, wie er sagte, einen Kontrast zur Maschine zu erzeugen.
 

Kolja Kugler erzählte auch gern, aus welchen Teilen von Schrott seine Skulpturen sind. Beim afreakin‘ Bassplayer sieht man viele Teile einer Schwalbe (ein Kleinkraftrad der DDR), außerdem sind der Kiefer und die Stirn aus der Front eines Golfs (dort wo die Rundung in der Mitte ist, saß früher das VW-Zeichen), der rechte Oberschenkel war mal vor der Kühlung eines schönen roten Bullis, der Waschbrettbauch war mal eine Fernsehantenne. Stolz erzählte Kugler, wie er sich gefreut hat, als er letztere fand: „Ich kann nicht nachvollziehen, wieso jemand eine Antenne in der Form einer Wirbelsäule baut. Ich habe sie nun der ursprünglichen Aufgabe wieder zugeführt.“
 

Der afreakin‘ Bassplayer ist ein Roboter aus Schrott!
Während der Show, in der wir das Video für die phaenostories drehten, flog eine Mutter (Gegenstück zur Schraube) quer über die Bühne. „So, das war’s“, dachte ich. „Jetzt verliert er gleich seinen Arm.“ Aber nichts passierte. Nach der Show erzählte ich Kolja Kugler davon. Gemeinsam war die Mutter schnell gefunden und er schraubte sie einfach wieder an, als ob nichts passiert wäre.
 

So, die Schraube sitzt wieder. Weiter geht’s.
Dies passte auch zu seiner Antwort auf die Frage, wie lange er denn an afreakin‘ Bassplayer gebaut hätte: „Eigentlich hat es nur ca. ein Jahr gedauert, aber 13 Jahre repariere ich ihn jetzt schon.“ Schnell gerechnet ist er somit 14 Jahre alt. Ein störrischer Teenager also, aber sehr sympatisch.
 

Die Gelenke seiner Roboter haben sehr viel Spiel. Kolja Kugler liebt das, da dadurch jede Bewegung immer wieder anders, manchmal gar unberechenbar wird. Und auch der Sound ist unbeschreiblich. Die Roboter erzeugen so durch ihre Bewegungsgeräusche eine Art Percussion, die die Melodien ergänzen.
 

Kugler erzählte noch, dass er zurzeit an einem Schlagzeuger baut, um die One Love Machine Band zu erweitern. Das wird bestimmt nochmal ein Highlight.
 

Mir wird die Begegnung mit afreakin‘ Bassplayer immer in Erinnerung bleiben. So musste auch ein Foto für mein persönliches Fotoalbum her:
 


Hoffentlich bis zum nächsten Mal, lieber afreakin‘ Bassplayer.

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