Montag, 26. Mai 2014

Die Tiere im phaeno: Die Termiten und ihr Happahappa

Eine Kollegin von mir setzt sich gern in ihrer Pause zu den Termiten, um zu entspannen. Was ist dabei so entspannend? Zugegeben, für mich sind es keine Schönheiten. Sie sind weiß, haben große Mundwerkzeuge und erinnern mich eher an Maden. Auch manche Besucher schüttelt es.
 

Was mich aber an ihnen fasziniert ist, dass Termiten sozial lebende Tiere sind und man kann beobachten, wie sie interagieren. Sie scheinen sich zu begrüßen, tasten sich gegenseitig ab, weichen einander aus und streiten sich scheinbar auch mal um kleine Stückchen Holz.
 

Kleinere Kinder haben oft weniger Probleme mit den Tierchen. Manche stehen stundenlang am Tisch und beobachten hingebungsvoll die Tierchen durch die Lupen. Das finde ich toll.
 

Fleißig, fleißig, die Tierchen.
Die Termiten leben in einem eher unscheinbaren Tisch inmitten unserer Ausstellung. Sie ernähren sich von unbehandeltem Kiefernholz und wandeln dabei mit Hilfe der Mikroorganismen in ihrem Darm Cellulose in Zucker um. Ein Vorgang, mit dem sogar Biodiesel hergestellt werden könnte. In unserem Exponat befindet sich außerdem Vermiculit, ein Mineral, das hier allein dazu dient, Feuchtigkeit bereit zu halten. Unsere Termiten sind von der Art Zootermopsis angusticollis und bauen übrigens, wie für ihre Art typisch, keine Hügel.
 

Zur Verfügung gestellt wurden uns die Termiten von der Bundesanstalt für Materialforschung und Materialprüfung in Berlin. Dort leben viele unterschiedliche Termiten und andere Insekten und Pilze, die zur Prüfung der Beständigkeit von Materialen und für Forschungszwecke eingesetzt werden.
 

Meine Kollegin Alexandra Schautz ist damals mit einer Styroporkiste im Zug nach Berlin gefahren, um sie abzuholen. Sie wurde dort von zwei sehr netten technischen Assistentinnen durch die Einrichtung geführt, bevor sie „unsere“ Termiten in Empfang nahm. Die beiden Mitarbeiterinnen sind kurz danach auch im phaeno vorbeigekommen, um zu sehen, wie es „ihren“ Termiten bei uns geht.
 

Vor Kurzem schraubte Alexandra mal wieder die zwei oberen Scheiben des Exponats ab, um es zu reinigen. Sie entfernte ältere Holzstückchen und die Hinterlassenschaften der Termiten am Rand und reinigte das dadurch frei gewordene Plexiglas mit einem Tuch. Beeindruckt hat mich dabei, dass die Termiten die ganze Zeit im Grunde „frei“ herumliefen. Ich hätte sie berühren können. Aber sie begnügten sich an diesem Tag mit ihrem angestammten Platz und gingen nicht auf Erkundungstour.
 

Zugegeben, auch phaeno Mitarbeiter benutzen lieber einen Akkuschrauber als die bloße Muskelkraft.
Vorsichtig wird die Plexiglasscheibe entfernt …
… und kontrolliert, dass keine Termite auf ihr ausbüchst.
Dann wird zusammengesammelt, gesaugt und geschrubbt.
Schließlich gibt es neues Happahappa für die Termiten.
Dann werden die Scheiben vorsichtig wieder eingesetzt und alles fest verschraubt.
Nun lassen wir sie wieder alleine und sie können fleißig weiterarbeiten.

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