Montag, 21. Juli 2014

Wie kommt man auf die Idee, eine Ausstellung über tierische Architekten zu machen?

Ich habe sie sofort erkannt. In dem Video über Architektierisch, das wir uns zur Information angeschaut hatten, spielte sie die Hauptrolle. Die Ausstellungsleiterin des Grazer Kindermuseums FRida & freD Bettina Deutsch-Dabernig besuchte vor kurzem das phaeno. Da ihre Ausstellung bald zu uns kommt, habe ich sie gleich zu „Architektierisch“ interviewt:
 

Wie würden Sie Architektierisch in wenigen Worten beschreiben?
 

Es ist eine Ausstellung über Architektur und Baukultur. Sie soll Kindern vermitteln, wie Tiere und auch Menschen bauen und zeigt Analogien zwischen den Bauweisen. Dabei geht es nicht darum, was wir voneinander abschauen.
 

Für mich ist diese Ausstellung die witzigste bzw. verblüffendste, die ich je betreut habe. Während der  Vorbereitungen dachte ich immer wieder, „wirklich, das machen die Tiere so? Das ist wirklich skurril, was sie da tun.“
 

Skurriler Baumeister: der Präriehund, hier im Zoo Hannover.
Die Ausstellung war in unserem Museum ein Jahr lang zu sehen. Und wir freuen uns sehr, dass sie jetzt auf Wanderschaft geht. Die erste Station wird das phaeno sein, anschließend geht sie zur DASA nach Dortmund.
 

Wie ist die Idee zu Architektierisch entstanden?
 

Die Idee zu einer Ausstellung über Architektur und Baukultur wurde anlässlich des 10jährigen Geburtstags des Kindermuseums in 2013 geboren. So wie das phaeno befindet sich auch unser Museum in einem für seine besondere Architektur ausgezeichneten Gebäude, das von den Architekten Fasch & Fuchs speziell für uns im Grazer Augarten gebaut wurde.
 

So wie das phaeno befindet sich auch das Grazer Kindermuseum FRida & freD  in einem für seine besondere Architektur ausgezeichneten Gebäude. Foto: FRida & freD / Hannes Loske
Diese Architektur sollte zum Geburtstag in einer Ausstellung besonders gewürdigt werden. Während der ersten Recherchen ergab sich dann, dass auch Baukultur inhaltlich in einer Architekturausstellung berücksichtigt sein muss. Dadurch ergab sich eine Fülle an Themen. Denn vom Wäscheständer, über den ein Kind eine Decke stülpt, um sich ein Zelt zu bauen, bis zur anspruchsvollsten Physik fällt alles in diesen Bereich.
 

Wir entschieden uns, dass Tiere stellvertretend für einzelne Aspekte von Architektur und Baukultur Pate stehen sollten. Tiere sprechen Kinder besonders an. Welches Kind hat kein Kuscheltier? So entstand nach und nach die Ausstellung.
 

Welches Kind hat kein Kuscheltier?
Welches ist Ihr Lieblingstier in der Ausstellung?
 

Sicher haben alle Tiere etwas für sich, denn sie bauen alle so unterschiedlich: mit Holz, im Wasser, … Besonders beeindruckend fand ich jedoch die Tatsache, dass der Faden einer Spinne 4mal belastbarer ist als Stahl es in derselben Stärke wäre. Das ist kaum zu glauben.
 

Ein Spinnennetz – ein bemerkenswertes Bauwerk.
Die kleinen Kinder erfreuen sich in der Ausstellung besonders daran, selbst ein Spinnennetz aus Wolle herzustellen. Die Größeren lieben die Herausforderung, eine Brücke aus Materialien, die man zu Hause finden kann (z. B. Strohhalme, Papier, Klebeband, …), zu bauen.
 

Wie gefällt Ihnen phaeno?
 

Ich war schon mal vor fünf Jahren hier, und als ich vorhin einen kleinen Rundgang machte, habe ich mich an viele Sachen von damals erinnert. Ich war wieder beeindruckt von der Größe der Ausstellungsfläche.
 

Heute interessierte ich mich besonders für die Sonderausstellung „Luffffft – federleicht und tonnenschwer“. Hier habe ich zwei Lieblingsexponate: Die Flatternde Seide von Ned Kahn, weil es mich ästhetisch sehr anspricht, und die Luftzustellung. Diese ist so witzig und einfach gemacht, aber mit großem Effekt. Es war schön zu sehen, wie ein kleiner Junge ganz vertieft ein Tuch und einen Ball nach dem anderen hinein steckte und sie lossausten. Ich musste lange warten, bis ich dann auch mal durfte. Es ist so schön, wie die Tücher am Ausgang langsam zu Boden schweben.
 

Die Ausstellungsleiterin des Grazer Kindermuseums FRida & freD  Bettina Deutsch-Dabernig an ihrem Lieblingsexponat in „Luffffft – federleicht und tonnenschwer“.
Die Ausstellung „Architektierisch“ ist vom 26. Juli bis zum 12. Oktober 2014 im phaeno zu sehen.
Wir bedanken uns bei der Ausstellungsleiterin Bettina Deutsch-Dabernig für das nette Interview.

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