Montag, 22. September 2014

Wir schlagen eine Brücke… Oder gleich mehrere.

Flammendrot stehen die Würfel des Riesenbrückenbogens im Eingangsbereich des phaeno. Sie locken viele Besucher, ihren Tag bei uns mit dem Bau dieser „Brücke“ zu beginnen. In Teamarbeit stapeln sie die Würfel einen nach dem anderen aufeinander, sozusagen nach dem Prinzip „Bauen nach Zahlen“.


Der Riesenbrückenbogen ist auch sehr beliebt als Fotostation fürs Gruppenfoto. Foto: Matthias Leitzke
Der Riesenbrückenbogen ist jedoch nur einer von drei Brückenexponaten, die wir im phaeno haben: der mittelgroße „Brückenbau“, der kleine „Kettenbogen“ und besagter „Riesenbrückenbogen“. Alle drei sind bei mir, den Kollegen und auch den Besuchern sehr beliebt, der große rote ist aber verständlicherweise am beliebtesten.


Brückenbau: Kindergartenkinder vertrauen ihrer Brücke. Foto: Matthias Leitzke
Tüftler mögen eher den kleinen Kettenbogen, an dem man auch die Form der Brücke mit der von zwei Ketten vergleichen kann.
Die beiden großen Brücken kann man nur in Teamarbeit bauen. Ich genieße es immer wieder, wenn ich durch die Ausstellung gehe und ein Grüppchen sehe, das sich an dem „Riesenbrückenbogen“ versucht. Wenn sie zu wenige sind, oder die Kinder noch nicht groß genug, um die Seiten des Bogens zu halten, so helfe ich nur zu gerne mit. Wie sehr die Kinderaugen immer leuchten, wenn sie es dann geschafft haben und der Bogen von alleine hält.


Der Bau des „Riesenbrückenbogens“ erfordert Teamarbeit von mindestens drei größeren Besuchern. Foto: Lars Landmann
Was sollen unsere Brückenbögen den Besuchern zeigen? Sie zeigen, wie Bögen ohne jegliche feste Verbindung halten können, wenn die Einzelteile die richtige Form haben. Sie zeigen auch, wie diese optimale Form aussieht. Und wir verstehen dann (hoffentlich), wieso Fensterbögen und Brückenpfeiler so gebaut wurden.

Und so hört sich das Ganze dann mal etwas wissenschaftlicher an:

„Die Bögen sind selbsttragend. In der Bauphase ist alles noch sehr instabil. Mit dem Schlussstein werden die Kräfte gleichmäßig verteilt: Die Steine drücken gegeneinander und stabilisieren sich so gut, dass der Bogen sogar alleine stehen kann. Diese ideale Bogenform nennt man Cosinushyperbolicus oder Kettenlinie.“ Aha.

Dieses Prinzip wird und wurde auch so bzw. so ähnlich in der Architektur genutzt. Wer kennt sie nicht? Die Steinbrücken und die barocken Fenster alter Gebäude sind wohl die typischsten Beispiele hierfür. Wobei diese Bogenkonstruktionen fast immer halbkreisförmig sind. Sie könnten nicht von alleine stehen und müssen zusätzlich durch ihr Mauerwerk stabilisiert werden.


Die Alte Brücke in Heidelberg.
Die Kaiserpfalz in Goslar.
Unsere drei Brückenexponate im phaeno sind wirklich ein Spaß für die ganze Familie. Und doch so vergänglich.

Denn dann gehen sie wieder dahin:


Der größte Spaß ist das Umschmeißen? Für mich definitiv, ja.
Schnell wieder in die Einzelteile zerlegt.
Und plumps. Bis zum nächsten Mal…

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