Montag, 22. Dezember 2014

Verzaubert von der neuen Lasershow „LasAir“

Aber wie entsteht eine neue Lasershow und wer steckt dahinter? Zu diesen Fragen führte ich ein Interview mit dem Künstler Michael Ramjoué, der unsere Lasershows musikalisch und technisch entwickelt:

Bitte stellen Sie sich kurz vor.
Seit ca. 35 Jahren bin ich im Musik- und Showbusiness als Komponist, Musik- und Showproduzent und seit ca. 8 Jahren auch als Producer von Lasershows tätig. Ich bin Baujahr '54, aus dem Rheinland zwischen Düsseldorf, Köln und Aachen.

Michael Ramjoué legt letzte Hand bei der Lasershow "LasAir" an.
Für wen arbeiten Sie meistens?
Als Musikproduzent erarbeite ich Musik für verschiedene Verlage im Bereich Chill-Out- und Entspannungsmusik ebenso wie für freiberufliche Künstler. Im Showbereich trete ich oft mit eigenen Produktionen wie z. B. der „Music & Light Night“ mit verschiedenen Künstlern und für Agenturen mit Lasershows in Science Centern, Universitäten, Galas etc. auf. Inzwischen arbeite ich auch gerne mit Illuminationen und meditativen Lasershows in Kirchen.

Wie wird man „Lasershow-Künstler“?

Ich habe vor mehreren Jahren als Auftragsproduktion eine Musik für eine Lasershow-Firma produziert. Nachdem diese Firma sich dann aber schnell wieder aus dem Markt verabschiedet hatte, hatte ich sozusagen eine Musik für eine Lasershow „übrig“. Da war ich schon mit dem „Laser-Virus“ infiziert und hab nicht eher geruht, bis ich selber eine erste eigene Laseranlage hatte, mit der ich dann „üben“ konnte. Wie üblich blieb es dann nicht dabei. Die Anlage und ich wuchsen rasch mit den Anforderungen. Inzwischen ist der Bereich „Laser“ einer meiner Hauptbeschäftigungsbereiche.

Wie entwickeln Sie Ihre Ideen? Woher nehmen Sie Ihre Inspiration?

Als Musiker gehe ich hauptsächlich musikalisch an die Entwicklung einer Show heran – nicht technisch, wobei eine gute Beherrschung der Technik aber schon Voraussetzung ist. Zuerst ist immer die Musik da, bzw. wird von mir produziert. Bei eigenen Soundtracks habe ich schon beim Komponieren und Produzieren der Musik bestimmte Vorstellungen, was dazu später mit den Lasern passieren könnte.
Bei der späteren Laser-Programmierung auf die fertige Musik lasse ich mich dann von Klangfarben und Rhythmen inspirieren: Wie sieht ein bewegter „Streicher-Klangteppich“ aus, welche Farbe hat eine Taiko-Trommel (Anm. der Red.: eine große japanischeTrommel) etc.
Ziel ist es immer, vor allem rhythmisch so exakt wie möglich Töne und Laser zu synchronisieren. Dadurch entstehen zusätzlich diese spektakulären Effekte, bei denen der Zuschauer den Eindruck gewinnt, man könne Töne sehen.

Wie lange haben Sie für die Entwicklung unserer neuen Show benötigt?

Die Produktion der Musik hat sich im Vorfeld über einen Zeitraum von mehreren Monaten hinweg erstreckt. Hier sollte ein Bezug zum aktuellen phaeno Thema "Luffffft" gegeben sein. Für die anschließende Laser-Programmierung gilt die Faustregel: Ein Tag für eine halbe bis eine Minute Show. Da man nicht non-Stopp einen ganzen 10-Stunden Tag im Laserstudio verbringen kann, bedeutet das nochmals einen Produktionszeitraum von 4 bis 6 Wochen.

Welche Besonderheiten sind im phaeno zu beachten?

Das Wissenschaftstheater im phaeno ist in jeder Hinsicht etwas Besonderes. Vor allem hinsichtlich seiner asymmetrischen Bauweise, die spezielle Anforderungen an die Einrichtung der Laserprojektoren stellt und die dementsprechend möglichst auch bereits bei der Programmierung berücksichtigt werden muss. Weiterhin ist die aufsteigende Bestuhlung, bei der die Sitzreihen hoch ins Theater gehen, eine Herausforderung. Sie bedingt einen Aufbau der Lasershows von „unten nach oben“. Das heißt, die Laserprojektoren hängen knapp über dem Boden und strahlen im Theater von unten her hoch in den Zuschauerraum.

Die Laserprojektoren hängen auch aus einem anderen Grund so tief: Die Zuschuaer sollen nämlich nicht geblendet werden.
Inzwischen wurden die Projektoren installiert und ich schaute kurz im Wissenschaftstheater vorbei, um ihn bei seiner Arbeit zu beobachten. Dabei erzählte Herr Ramjoué, während er weiter seiner Arbeit nachging, dass pro Projektor erstmalig  drei Laser in rot, gelb und blau installiert wurden und alle gleichzeitig die Farbe Weiß ergeben. In den ersten Durchgängen, die vorerst ohne Nebel, durchgeführt wurden, hat man noch nicht so viel von der Lasershow gesehen. Denn durch die tiefe Lage der Projektoren, sah man in den ersten Durchläufen nur Laserstahlen, die an die Decke oder den Boden gingen. Doch auch in diesen Durchläufen konnte man schon erkennen, dass die Show nicht langweilig wird.
Denn Herr Ramjoué erwähnte, dass viele kleine Spiegel, die im Innern der Laserprojektoren eingebaut sind, Muster erzeugen. Aber jetzt genug mit der Theorie! Hinein in die Show!


Die ersten Eindrücke von der Lasershow am 20.12.2014 (Foto: Matthias Leitzke)
Ein Farbenmeer. (Foto: Matthias Leitzke)

Ich danke Herrn Ramjoué für das Interview.


Die Lasershow „LasAir“ läuft in den Weihnachtsferien bis zum 5.1.15 täglich um 13 Uhr (außer 24./25. und 31.12.14). Weitere Termine unter www.phaeno.de/shows.

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