Montag, 28. April 2014

Eine Führung zu Tanks und Kühlanlagen inklusive Gruselstory


Noch besser als erwartet: Ein Einstieg in "geheime" Gänge!
Heute werden Nina und ich versteckte Räume im phaeno sehen, die wir noch nie betreten haben: Roland, unser technischer Leiter nimmt uns mit auf eine Spezialführung durch die Technik hinter den Kulissen. Ganz ehrlich: Wir zwei sind richtig gespannt! Nach einem kurzen Blick auf die „15 dezentralen“ Lüftungsanlagen im Tragwerk der Ausstellung verschwinden wir schon im ersten Gang und steigen hinunter zur Tiefgarage.

Die erste Story: Wie findet man sich hier ohne Markierungen zurecht?
Hier ist es Zeit für die erste Anekdote. Die gehören bei so einer Führung dazu wie das Salz in der Suppe. Roland kennt z. B. die Tiefgarage noch aus den Anfangszeiten, als alle Feuertüren geschlossen und noch keine Zahlen oder farbige Markierungen angebracht waren. „Ich suchte den Technikgang und ging durch diese Riesenräume. Nichts zu entdecken. Am Ende habe ich einen Trick angewandt. Meine Schuhe waren nass vom Regen und ich ging meinen Fußspuren nach. Nur so fand ich mich ohne Markierungen zurecht.“ Ich glaube es sofort. Selbst mit Plänen und Ziffern finde ich es in der Tiefgarage zwar einfach den Ausgang zu finden, aber nicht unbedingt eine Techniktür.

Anlagen, die Fehler senden können, sehr gut!
Dann durchschreiten wir noch eine Tür.  Hier sind Anlagen verborgen, die niemand außer den Wartungstechnikern, zu sehen bekommt. In allen Cones (die konischen Körper, die das phaeno tragen) sind, für den Besucher unsichtbar, Rohre und Leitungen für Entlüftungsanlagen und die Klimaanlage versteckt. Mit Roland geht es nun wirklich hinter die Kulissen des phaeno. Wir sehen die riesige Be- und Entlüftunganlage für die Tiefgarage, Zuleitungen für die Klimaanlage, Stromanlagen, Kaltwasseranlagen und Schaltpläne. „Die Anlagen arbeiten alle autark und melden Fehler z. B. über SMS an mein Handy“, erläutert Roland.

Schade. Leider kein Schwimmbecken. Aber 100 000 Liter Wasser für den Notfall.
Am spannendsten fand ich ein riesiges 100 000 Liter Wasserbecken im Keller. Das hatte ich niemals erwartet. „Das wäre eigentlich ein super Schwimmbecken für die Pause“, träume ich vor mich hin.
„Viele Sicherheitsanlagen sind bei einem solchen Gebäude Pflicht, dazu gehört auch dieses Becken, das die Sprinkleranlage im Notfall versorgt“, erklärt uns Roland.

Hier sind Gruselstorys Pflicht!
Die Schächte mit ihren Verzweigungen sind schon etwas unheimlich. „Hier könnte man auch mal einen Hitchcock-Film drehen“, denke ich. Und schon hat Roland auch eine Gruselstory parat, als wir gerade in einem Schacht verschwinden. „Als ich mal in einem anderen Gebäude gearbeitet habe, fiel mal eine Tür hinter mir zu. Erst als dies passierte, entdeckte ich, dass da kein Griff dran war. Nach vier Stunden kam ich durch einen selbst gebastelten Hebel wieder raus. Damals gab es noch kein Handy.“ Eine Story wie gemacht für diese Führung. Wir gucken gleich bei jeder Tür, ob auch ein Griff dran ist und Roland immer schön mitgeht.

Beim Stromausfall hat es sich schon bewährt: Das Notstromaggregat
Nach dem 100 000 Liter-Becken sehen die anderen Anlagen eher klein aus. Die Heizung wirkt niedlich. Wir kriegen ja auch Fernwärme. Auch das Notstromaggregat wirkt eher klein. Es hat aber schon seinen Zweck erfüllt. Als neulich der Strom in ganz Wolfsburg ausfiel, lief es tapfer vier Stunden lang. „In so einem Gebäude ist viel Wartung vorgeschrieben, die routinemäßig läuft. Das Notstromaggregat muss beispielsweise einmal die Woche angeworfen werden“, erklärt Roland. Außerdem müssen auch Spezialanlagen vorgehalten werden. Der fliegende Teppich und die Technikwerkstatt brauchen z. B. eine eigene Druckluftanlage im Keller.

Viele Anlagen, die Roland genau kennt!
Rohre, die sich nach oben winden. Beeindruckend!
Man spürt auch ein wenig Stolz auf seine Technik in seiner Stimme mitschwingen, wenn unser technischer Leiter Zahlen über seine Anlagen runterrattert, als wären es Geburtstage seiner Lieben. Und er kennt wirklich jeden Winkel. Denn Roland ist seit Anfang an dabei und hat auch den Aufbau der Technik mit begleitet. „Beim Einsetzen dieser Rohre muss man Künstler gewesen sein“, erklärt Roland mit einem Schmunzeln und  zeigt mit einer kleinen Taschenlampe hinauf. Wie man da etwas reparieren soll ist mir persönlich ein Rätsel. Aber es klappt!

Das Abschlusshighlight: Nina fühlt sich richtig wohl hier oben auf dem Dach.
Als wir nach vielen verwirrenden Gängen wieder auftauchen, hat Roland noch ein Abschlusshighlight für uns parat: Ein Traum geht für mich in Erfüllung, wir wandern rauf auf das Dach: Hier hat man einen super Überblick und Ausblick auf die Stadt und die Autostadt. Zusätzlich haben wir noch Glück, es ist gerade strahlender Sonnenschein. Am Anfang der Führung hatte es noch geregnet. Mit Regen wäre es sicher nicht auszuhalten oben auf dem Dach. Der Wind pfeift uns um die Ohren.

Blick von oben in die Verwaltung: Was machen die gerade?

Wir gucken einmal in die Verwaltung durch die Fenster rein und beobachten das Service-Center. Auch spannend das Abluftrohr vom Feuertornado. Klar der muss ja auch irgendwo hin wirbeln. Am meisten überrascht hat mich das große Loch von Cone 3. Von unten wirkt dieses Guckloch recht klein. Hier oben hat es riesige Ausmaße.

Dieser Abstieg ist nur etwas für Nina. Ich bleibe lieber oben....
Beim Abstieg in Cone 8 muss ich leider passen. Höhenangst. Das will ich meinen Kollegen nicht zumuten. Also wagt es nur Nina, mit Roland da runter zu klettern. Was hat sie dort erlebt? Einen Blick hinab in einen Technikschacht über fünf Stockwerke hinweg. Sie ist begeistert, ich gucke mir lieber das Foto an.

Ausblick über viele Stockwerke hinweg. Danke Nina und Roland!
Mein Wunsch: Gemütlich einen Kaffee hier oben auf dem Dach trinken. Na ja, vielleicht bringen wir ja Roland mal einen Kaffee nach oben, wenn es Sommer ist. Da er so eine tolle Führung gemacht hat, ist vielleicht auch ein Stück Kuchen mit dabei….

Dienstag, 22. April 2014

Was fliegt am besten im Luftstrom? – Beim Zukunftstag wurden praktische Tipps für Besucher erarbeitet

22 Schülerinnen und Schülern waren am diesjährigen Zukunftstag zu Besuch im phaeno. Lena, Valentina und Timo durften dabei für eine Stunde einen Blick in die Arbeit des Team Kommunikation werfen und erarbeiteten mit Andrea und mir diesen Blogeintrag.
 
Heute ist Zukunftstag. Wir, Lena (14) aus Hattorf, Valentina (noch 11) aus Ilsede und Timo (13) aus Braunschweig-Broitzem, besuchen heute das phaeno. Dabei bekamen wir die Aufgabe, Flugobjekte im Luftstrom zu testen und darüber für den phaeno Blog zu schreiben.

Lena, Andrea, Timo, Nina und Valentina testen im Windkanal ihre Flugobjekte.
Am „Luftkissen“, dem Windkanal, stand ein Basteltisch mit Pappbechern und –trichtern, Plastiktellern und Papierstreifen bereit. Wir testeten zuerst die Flugeigenschaften von Becher, Trichter und Teller.

Becher, Trichter und Teller sollen zum Fliegen gebracht werden.
Valentina:
Den trichterförmigen Becher muss man mit der Spitze nach unten fliegen lassen. Der Teller fliegt am höchsten, der Trichter fliegt ganz gut, der Becher fliegt schlecht.

Timo:
Der Teller fliegt höher als der Becher und der Trichter und er bleibt auch länger in der Luft.

Lena:
Der Teller fliegt am höchsten. Der Becher fliegt nicht so gut. Der Trichter fliegt mittel gut.

Als nächstes überlegten wir uns, wie die drei Teile besser fliegen könnten und probierten es aus.

Lena:
Ich schnitt Löcher in den Becher.

Ob der Becher mit Löchern besser fliegt?
Leider brachte dies keine Verbesserung, er flog genauso hoch. Mich hatte es überrascht, da ich gedacht habe, dass er so besser fliegen würde.

Valentina:
Der Trichter taumelt relativ wenig, es könnte aber besser sein. Also klebte ich zwei Trichter zusammen. Sie flogen aber nicht gut. Ich dachte, sie würden besser fliegen.

Timo:
Ich machte in den Teller unten Löcher rein und schob einen Papierstreifen hindurch. Dadurch hat er sich mehr gedreht, ist aber genauso hoch geflogen wie vorher.

Nina gab dann den Tipp: „Wenn sich das Flugobjekt dreht, fliegt es besser.“

Timo:
Ich habe auf den Trichter zwei Papierstreifen wie ein Kreuz drauf geklebt.

Timo baut den Propeller an seinen "Doppelhubschrauber".
In der Luft hat das Objekt ziemlich getaumelt, ist aber in der Luft geblieben. Ich war zufrieden und klebte unten auch noch Flügel (Papierstreifen) dran. So flog es schon sehr gut und ich brachte noch ein bisschen Tesafilm an der Spitze an, damit es dort schwerer wird. Mein „Doppelhubschrauber“ flog jetzt bis zur Decke und wenn er runter kam, kam er langsam runter und schwenkte von links nach rechts.

Lena:
Ich habe den Rand von einem Becher eingeschnitten und auseinander gebogen. Der Becher drehte sich jetzt. Ich war zufrieden, weil er auch höher flog, als ich dachte. Weil ich dachte, dass der Becher sich dann noch mehr drehen würde, schnitt ich noch die Ecken ab.

Lena optimiert ihre "Sonne" und schneidet die Ecken ab.
Jetzt taumelte er aber auch wieder. Trotzdem war ich zufrieden, weil mein Gedanke sich bestätigt hatte und der Becher sich noch schneller drehte. Ich nannte ihn „Sonne“.

Valentina:
Ich nahm jetzt auch einen Becher. Der Becher dreht sich sehr schnell, wenn man die Ecken so einknickt, dass die Luft schräg dran vorbei muss. Dafür muss man die Ecken einschneiden und einknicken. Am besten flog mein Becher, als er aussah wie eine „Schneeflocke“.

Die gut funktionierenden Flugobjekte von Timo, Nina, Valentina und Lena.

  video

Unsere Tipps für die Besucher:
  • Die Objekte müssen sich drehen.
  • Entweder Propeller aus Papier anbringen oder die Ränder einschneiden und umknicken, um so einen Propeller zu formen. Papierstreifen und Becherränder dabei etwas verdrehen.
  • Der Schwerpunkt muss unten sein.
  • Wenn man die Ecken abschneidet, geht’s noch besser.

Vielen Dank ihr drei!

Montag, 14. April 2014

Ostern mit vielen Eggsperimenten

Die Ostervorbereitung laufen bei mir zurzeit auf Hochtouren. Das heißt auch, dass vor dem Fest jede Menge ausgepustete Eier zur Verfügung stehen müssen. Für den eigenen Strauch und auch für zahlreiche Bastelaktionen im Kindergarten oder in der Schule. Und so ein Ei auszupusten ist gar nicht so einfach. Mein erster Versuch vor ein paar Jahren war eine absolute Katastrophe. Damals habe ich den Eierpiekser ausgepackt und dann zwei Löcher ins Ei gemacht. Natürlich winzig klein, damit es auch schön aussieht. Und dann: Konnte man natürlich kaum auspusten. Also nach 20 Minuten Extrempusten verzweifelt eine gute Freundin angerufen: Aha, die Löcher können auch relativ groß sein. Voilà es klappte zumindest besser. Rührei mussten wir trotzdem tonnenweise essen…

An diese Experimente erinnerte ich mich, als ich in einem Laden ein Set zum Eierauspusten fand. Da es relativ billig war und „einfaches und sauberes“ Auspusten versprach, kaufte ich es sofort. Inhalt: Ein niedlicher kleiner Bohrer und eine Pumpe für den Inhalt.

Das Eierauspust-Set: Kleiner Bohrer und Pumpe.
Es war ein toller Nachmittag mit meinen Kindern: Wir bohrten an den Eiern abwechselnd etwa eine halbe Stunde und schafften so die tollsten Löcher, die jemals ein ausgeblasenes Ei bei uns hatte. Ähnlich lustig war das Eier auspumpen: Die ersten Eier gingen sofort kaputt, da man mit dem Pumprohr sehr leicht an die Innenseite des Eies kam. Der Rest war auch eine ziemliche Schweinerei. Fazit: eine super Beschäftigung für einen Nachmittag, aber ansonsten werde ich die Eier wieder mit der bewährten Methode auspusten!

Weitere Ei-Eggsperimente verfolgten meine Kollegin Nina und ich auch direkt am Arbeitsplatz für diesen Blog und weitere Artikel. Wir haben natürlich sofort die Eggsperimente in der Ausstellung erkundet und viele Entdeckungen gemacht. Eigentlich wollten wir da auch ganz stolz ein eigenes Experiment vorführen. Es geht darum, wie man ein rohes Ei hinstellen kann. Nein. Nicht das Ei des Kolumbus! Das war angeblich gekocht. Und Kolumbus knackste es der Legende nach entweder an oder stellte es in Sand. Wir schüttelten mehrere rohe Eier. Dadurch soll sich das Eigelb lösen und der Schwerpunkt verändern. Das Ei steht dann alleine. Es klappt bei 10 geschüttelten Eiern genau einmal! Aber das war trotzdem ein im Bild festgehaltenes Ereignis.

Magie oder ein gutes Händchen? Warum steht dieses Ei von alleine?
Mit was wir sonst noch experimentierten, gibt es hier in der Bilderfolge. Kann man übrigens beim Warten auf den Osterhasen auch gut zu Hause ausprobieren. Macht Spaß!

Wie pellt man ein Ei, ohne es dabei anzufassen? Mit Essig!!!
Spaß am Ostertisch: Ein ausgepustetes Ei zum anderen Eierbecher pusten!
Das schwimmende Ei ist alt!
Roh oder gekocht? Einfach drehen. Das gekochte dreht sich, ohne zu schlingern.
Diese und weitere Eggsperimente gibt es noch bis zum 22.04.2014 im offenen Besucherlabor. Mehr Infos unter www.phaeno.de/ostern.

Montag, 7. April 2014

Wie fühlt man sich, wenn man eine Ausstellung plant - Ein Interview mit dem Projektleiter der Sonderausstellung "Lufffffft - federleicht und tonnenschwer"

Die Sonderausstellung „Luffffft – federleicht und tonnenschwer“  ist eröffnet und Christof, dem Projektleiter der Ausstellung, geht es sichtlich gut. Ganz im Gegenteil zu den Phasen, die er in den letzten Wochen vor Ausstellungsbeginn durchstehen musste.
Auf und Ab der Gefühle beim Aufbau einer Ausstellung
Gleich zu Beginn des Interviews zur Sonderausstellung will ich von ihm wissen, welche Momente die schönsten und welche die schlimmsten in der Vorbereitung der Ausstellung waren.

Der schönste Moment war, als wir das Luftröhrenlabyrinth fertig aufgebaut hatten. Obwohl es vormontiert war und die Entwicklerin anwesend war, haben wir 2 Tage für den Aufbau gebraucht. Zuerst wurde das Gestell montiert, dann alle Röhren ordentlich verschraubt. Das brauchte eben Zeit. 

Der Aufbau des Luftröhrenlabyrinths brauchte seine Zeit.
Als es dann endlich lief, der Moment war einfach toll. Ich hatte zwar nicht viel Zeit in dieser Phase des Aufbaus, musste es aber trotzdem sofort ausprobieren. Auch der Geschäftsführer und viele andere Ausstellungsmitarbeiter ließen es sich nicht nehmen, das Exponat zu testen. Die Aufbauarbeit hat sich definitiv gelohnt!

video


Was war einer der schlimmsten Momente vor Ausstellungsbeginn?

Definitiv die Probleme mit der Anlieferung des Federbrunnens.  Er wurde vom Künstler Daniel Wurtzel aus New York geschickt. Wegen der Größe sollte er per Schiff transportiert werden. Wir hatten auch Nachricht, dass der Federbrunnen schon auf dem Schiff unterwegs wäre, da traf plötzlich eine neue Meldung ein: Das Schiff war aufgrund des schlechten Wetters in New York noch gar nicht losgefahren. Das brachte natürlich den ganzen Aufbau durcheinander. Daniel Wurtzel sollte beim Aufbau helfen. Er wurde umgeplant. Erst zwei Tage vor Eröffnung traf der Federbrunnen dann bei uns ein.

Wie lief der Aufbau des Federbrunnens mit Daniel Wurtzel?

Das musste schnell gehen: Der Aufbau des Federbrunnens mit Daniel Wurtzel (links).
Mit Daniel Wurtzel konnte ich super zusammenarbeiten. Wir haben sogar noch Zeit gefunden, die Präsentation des Exponats weiterzuentwickeln. Uns beiden hat das viel Spaß gemacht. Vor allem wurde in Zusammenarbeit mit Florian (Anmerkung: Lichttechniker) noch die Schattenwirkung durch schräge Scheinwerfer verbessert. Für Daniel Wurtzel war es schön zu sehen, wie gut sein Exponat präsentiert wird. So wurde der Federbrunnen gerade noch rechtzeitig vor Ausstellungseröffnung fertig. Und er sah noch besser aus als gedacht! Denn ich hatte das Exponat vorher nur als Video gesehen. Die Federn fliegen bis ins Tragwerk hoch!!

Was ist dein Lieblingsexponat aus Sicht des Physikers?


Spielen mit Unterdruck: So witzig kann Luft sein!
Ganz klar die Bernoulli-Fontäne. Es ist eine Spielvariante der klassischen Bernoulli-Experimente, die wir ja auch schon in der Ausstellung haben. So wie in diesem Exponat habe ich das noch nie gesehen. Durch eine Luftströmung über einem Rohr entsteht ein Unterdruck und die Bälle werden durch den normalen Luftdruck durch das Rohr nach oben gedrückt. Ich finde die Fontäne extrem witzig und spielerisch. 

Sehr gut finde ich auch noch den Vakuumheber. Der ist sehr eindrucksvoll, weil man da richtig durch Luft hochgehoben wird.

Was ist dein Lieblingsexponat aus Sicht des Familienvaters?

Wow, was kann man hier alle entdecken?
Das Exponat „Schweben im Luftstrahl“. Ich hatte meine Kinder bei der Ausstellungseröffnung dabei und sie haben sofort die Freiheiten genutzt, die wir den Kindern auch in der Ausstellung lassen wollen. Sie haben zum Beispiel warme Luftduschen entdeckt und haben sich die Luft direkt ins Gesicht geblasen (lacht).

So sehe ich auch den Sinn von phaeno. Den Kopf frei machen, frei Experimentieren. Selbst Neues entdecken. Vielleicht nicht immer das, was auf der Anleitung steht, aber das ist völlig in Ordnung. Meine kleine Tochter ist auch auf das Fahrrad total abgefahren. Auch für die Kleinen ist die Ausstellung sehr spannend!

Was ist dein Lieblingsexponat, was du als erstes bei einem Telefonat mit Freunden erwähnen würdest?

Kreativ sein: Alle Becher fliegen hoch! Und drehen sich...
(Die Antwort fiel nun Christof richtig schwer. Er hätte am liebsten fünf erwähnt.)

Es kommt darauf an, mit wem ich telefonieren würde… Ich würde zum Beispiel den Windlauncher sehr empfehlen, an dem man eigene Flugobjekte basteln kann. Ich habe beobachtet, dass er von den Besuchern sehr gut angenommen wird. Das freut mich total. Denn dadurch bieten wir noch einmal eine ganz andere Qualität in der Ausstellung und fördern die Kreativität der Besucher auf neue Weise.

Ist für dich als Physiker das Thema Luft überraschend?

Das Propellerfahrrad macht Luft lebendig erfahrbar.
Ja. Ich fand beispielsweise das Propellerfahrrad sehr erstaunlich. Es fasziniert mich, wie viel Wind von dem Propellerfahrrad erzeugt wird und wie wenig Rückstoß doch dadurch entsteht.  So bekommt man ein Gefühl dafür, wie viel Energie notwendig ist, um ein Flugzeug oder eine Rakete  zu starten. Das fand ich sehr spannend.

Warum wurde das Thema Luft gewählt?

Dominik (Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Team Ausstellung) hat sich dieses Thema überlegt. Sehr schnell wurde uns die große Bedeutung und enorme Bandbreite des Themas klar. Wir haben uns dann auf reine Luftphänomene wie Luftdruck oder Luftströmungen beschränken müssen. Das Thema wurde zu groß. Man könnte noch die biologische Relevanz und Umweltaspekte zeigen. Auch das Thema Fliegen wäre natürlich eine ganz eigene Ausstellung wert. Mal sehen, welche Ideen wir vielleicht in einer neuen Ausstellung umsetzen werden!