Montag, 23. März 2015

Vorfreude auf ein neues Exponat!


Die Stimmung in der Ausstellung, die ich bei den Kollegen und mir selbst bemerke, ist ein bisschen so wie eine Mischung aus Ostereier suchen und eine neue Couch kaufen. Ein auffälliges neues Exponat wird in der Ausstellung zum ersten Mal zur Probe aufgestellt. Und ein erster Test ist natürlich die Reaktion der Mitarbeiter auf das neue gute Stück, das jeder sofort ausprobieren möchte. Es heißt Lightstick und ist ein Kunstwerk von Bill Bell. Ich will natürlich auch sofort damit experimentieren. Der erste Eindruck ist eine flackernde Lichterreihe, die wie ein großer Lichtstab in einer Ecke hängt. 

Welches Geheimnis verbirgt sich hinter dem Kunstwerk von Bill Bell?
Damit es sein Geheimnis Preis gibt, muss man seine Augen, seinen Kopf (mit den Augen) oder sich im Ganzen bewegen.
Bei mir gelingt am besten das Vorbeischleichen und fast nebenbei Beobachten. Und zack plötzlich taucht ein Auto als Lichtbild auf. Und wieder passiert irgendetwas auf meiner Netzhaut und ein halber Schriftzug mit dem Wort Kunst zeigt sich fast aus dem Nichts. Spannend aber auch ein bisschen anstrengend dieses Geflackere. 


Der Schriftzug "Kunst" erscheint fast wie aus dem Nichts. (Foto: Helge Landmann)
Da muss ich mir gleich den Kurator Dominik Essing schnappen, um ihn über diese Neuigkeit zu befragen. Das Kunstwerk gehört zum neuen Sonderbereich "OPTICKS", der seit dem 21.3. wieder zugänglich ist.
Dominik ist selbst ganz fasziniert von der Neuerwerbung und hat natürlich gleich eine Erklärung parat: „Durch die Bewegung wirken Lichtreize auf verschiedene Stellen der Netzhaut, die dann zu einem Bild kombiniert werden. So kann man auch Bilder in einem Lichtstab verstecken“, erklärt er mir. Raffiniert dieses Ding. Ein bisschen zu grell noch, um im Dauerbetrieb daneben zu stehen.


Man muss nur einmal ganz schnell von einer auf die andere Seite seinen Kopf drehen und zack erschein ein Bild! (Foto: Helge Landmann)
Das bestätigt auch FSJlerin Katharina, die gerade in der Ausstellung neue Rätsel für die Besucher ausprobiert. Sie ist froh, dass das Exponat sofort nach dem Ausprobieren einen anderen Platz bekam, der mehr am Rand der Ausstellung gelegen ist. So hält man die Lichtreflexe besser aus. Eigentlich findet sie das Exponat total cool. Sie versucht nur ihre Augen zu bewegen, um die versteckten Bildbotschaften zu sehen. Alle Bilder konnte sie bisher aber nicht wahrnehmen. Da muss sie noch etwas üben. 

Dominik wird noch mit verschiedenen Stellen in der Ausstellung und unterschiedlichen Farben experimentieren, bis es dauerhaft an bleiben darf. Ich finde es toll. Als Biologin interessieren mich diese Wahrnehmungsexperimente besonders. Ein bisschen erinnert mich diese Kunst auch an andere Exponate der Ausstellung wie z. B. „Lightform“ und „Touch and See“ von Piero Fogliati. Außerdem ein Exponat, bei dem man einen ganzen Stuhl auf der Netzhaut “einfräsen” kann. Es heißt „Retinal Sculpture Cabinet“. Sie alle experimentieren mit unserer Wahrnehmung und sind zum Teil etwas anstrengend aber wirklich etwas Besonderes!

Bei diesem Exponat kann man sich einen ganzen Stuhl auf der Netzhaut "einfräsen".

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