Montag, 20. Juli 2015

"Temple of Din"-Künstler Lucas Abela im Interview

Lärm oder Musik, dies entscheidet immer der Hörer, ist Lucas Abela überzeugt. Denn seine Flipper-Musikinstrument-Hybriden können beides sein. Er selbst liebt "Noise" und wurde stark durch die Free Noise Untergrundszene beeinflusst. Für ihn ist "Noise", Freiheit und Chaos. Aber auch eine physikalische "Kraft", die beim genauen Hinhören Rhythmus und Melodien entstehen lässt. Und genau so sollen seine Flipper-Musikinstrumente funktionieren. Er überlässt die Kontrolle über den Klang ganz dem Spieler. Und spielen solle jeder können. Deswegen entschied er sich für das Flipperdesign. Bei einem richtigen Instrument wie der Gitarre oder einem Klavier muss man erst üben. 

Gitarre spielen muss man üben, flippern kann jeder!
Die Flippermaschinen sollen dazu motivieren, einfach anzufangen. Aus dem freien Spiel kann dann Lärm und / oder Musik werden. Seit 5 Jahren  beschäftigt sich Abela mit diesen Installationen. Davor ist er vor allem selbst als Klangkünstler vor Publikum aufgetreten und entlockte Glas die unterschiedlichsten Soundeffekte. Beim Temple of Din ist es ihm wichtig, dass sich diese Positionen "Künstler-Publikum" verändern. Das Publikum soll nun selbst zum Musiker werden, Spaß haben und sich einbringen. 

"Pitchfork" ist Teil der "Temple of Din"-Reihe und auch ganz schön laut...
Von dem phaeno als Ausstellungsort ist er deswegen total überzeugt. Ich zeige ihm das Kunstwerk "Secret of life", das er sehr spannend findet. Sofort taucht er in die Details ein und lässt sich genau erklärten, wie es entsteht. Das Kind in ihm hat er sicher nicht verloren. Ein Exponat, das aussieht wie ein Drahtkäfig, zieht ihn magisch an. Ohne zu zögern beschließt er, es der Horde von Kindern gleichzutun und selbst in das Exponat hineinzukrabbeln. Die Befürchtung er würde aus der "Kleinschen Flasche" nicht wieder herauskommen war unbegründet. Er fühlte sich darin – wie nur wenige Erwachsene – sichtlich wohl. 

Lucas zögert keine Sekunde und krabbelt in die "Kleinsche Flasche" und fühlt sich sichtlich wohl.
Und so verliere ich ihn auch am Ende des Interviews an die Ausstellung, die in magisch in den Bann zieht. Der Nebeltornado fesselt ihn als nächstes. So soll es sein!

Die Sonderausstellung "ausgeflippt" läuft noch bis zum 2. September 2015 im phaeno.

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