Montag, 24. August 2015

Das Herz des Pacific Pinballs Museum: Flipperchef Michael Schiess

Der Lebenslauf von Michael Schiess, das gibt er selbst zu, ist ein richtig amerikanischer. Zwischen Kunst und Geldbedarf. Heute ist er Direktor des Pacific Pinball Museums und morgen...mal sehen. Alles begann mit der Idee, aus einer Flippermaschine Kunst zu machen. Bei diesem Projekt wurde dem gelernten Techniker klar, dass die Flippermaschinen selbst Kunst sind. Und nicht nur das! Er liebt die Kunst und die Technik in und an ihnen.

Für ein Foto unterbricht Michael Schiess das Spielen.
Außerdem sind sie für ihn Teil der amerikanischen Geschichte. Schnell wurden aus dem einen Flipper dreißig. Daraus entstand ein Samstag-Treffen zum Spielen an den Flippermaschinen. Das war aber dem umtriebigen Schiess bald nicht mehr genug. So wurde die Idee zu dem Pacific Pinball Museum geboren: Heimat für legendäre Flipper. Aber nicht nur das. Man trifft sich dort, um zu spielen, Einblick in die Technik zu bekommen und auch die Kunst der Flipper zu bestaunen. Man merkt, wenn man ihn mit seinen Flipper beobachtet, dass er sich richtig in sie "eingelebt" hat. Seine besonderen Lieblinge sind der "Fireball", "Eldorado" und "Captain Fantastic". Hier kann er mir jedes Detail erklären. Besonders beim "Captain Fantastic" gibt es da mehr als genug. 

Einer seiner Lieblingsflipper: Captain Fantastic.
Manche Details in der Grafik sind so, dass man sie sehen muss. Und in der heutigen Zeit – die coolen 70er sind vorbei – schon fast Zensur bedürftig. Ja ein bisschen fühlt er sich auch wie der Retter der Flipper. Durch seine Ausstellung gelang es ihm, die schönsten zu bewahren. Und auch Williams [Anm. d. Red.: Unternehmen, das Flipper herstellte] am Laufen zu halten. Das Interesse ist wieder erwacht. Natürlich längst nicht wie in den guten alten Zeiten. Aber wenigstens diese Flipper sind gerettet. Und dass sie Spaß machen, merkt man auch sofort in der phaeno Ausstellung. Schiess ist durch seine Tätigkeit am Exploratorium ein richtiger Science Center Kenner und hat schon viele von ihnen gesehen und auch mit aufgebaut. Das phaeno mag er, da die Ausstellung so vielfältig ist, wie in sonst kaum einem Science Center. Zwei Lieblinge hat er auch hier „wieder“ entdeckt. Die Feder, die man nicht anfassen kann und drei Bälle, die man an einem Seil losslässt. 

Am Exponat "Supersprung" wurde Michael Schiess nicht müde, das Exponat immer wieder zu testen.
Ihm gefallen Science Center sowieso. Und darin vor allem Objekte, die möglichst einfach sind, aber umso mehr Effekt haben. 

Tipp: Die einmalige Ausstellung "ausgeflippt!" mit vielen Exponaten aus dem Pacific Pinball Museum läuft nur noch bis zum 2.9.2015. Danach muss man nach Kalifornien reisen. 

www.pacificpinball.org/

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