Montag, 29. Juni 2015

Architekturausstellung "leicht.weit.transparent."

Formen, Muster, verschiedene Materialien – all das vereint in der Architekturausstellung „leicht.weit.transparent. – Auf der Suche nach dem Bauen von morgen“.

Mein erster Eindruck war einfach: Wow! Helle Ausstellungsstücke, bogenförmige Führung (untere phaeno Shop-Ebene) und mehrere Eyecatcher. Mal sind es akkurate Linien, mal geschwungenes strukturiertes Glas und mal auch komplett unförmige Bauarten, die ich sehr genau betrachte.


Während des kleinen Rundgangs habe ich zwei Highlights für mich entdeckt. Das erste hat mich regelrecht in seinen Bann gezogen. Es ist die Wabenkonstruktion „3D2REAL“, die mit einem blauvioletten Licht von hinten bestrahlt wird.

Wabenkonstruktion "3D2REAL"
Das andere zog mich aus einem ganz banalen Grund an. Ich konnte nicht so viel auf den ersten Blick damit anfangen.

Das Modell mit der Seifenlauge.
Vier verschieden Drahtmodelle liegen neben einem Glasbehälter, der mit einer zähen Flüssigkeit gefüllt ist. Ich überlegte nicht lange und fragte eine Mitarbeiterin, die die Ausstellung beaufsichtigt. Sie erklärte, dass sich Seifenlauge in dem Behälter befindet und dies verschiedenförmige Blasringe sind. Wie man es von Seifenblasen kennt, spannt sich die Seifenflüssigkeit über den Blasring. Dieses Exponat hängt mit den Ausstellungsstücken rund um die textile Architektur zusammen. Dies war früher eine Methode, um verschiedene Gebäudeformen im Vorfeld auszutesten.

Die Seifenlauge spannt sich über den Blasring.
Frei Otto, Begründer und Wiederentdecker des textilen Bauens, hat das berühmte Zeltdach des Olympiastadiums in München unter anderen nach diesem Prinzip konzipiert. 

Bevor ein Computerprogramm die genauen Messdaten errechnete, hat man sich mit verkleinerten Modellen ausgeholfen.
Zum 10-jährigen Jubiläum des phaeno zeigen das Institut für Leichtbau, Entwerfen und Konstruieren der Universität Stuttgart (ILEK) und das Forum Architektur der Stadt Wolfsburg in dieser Architekturausstellung anschauliche Darstellungen von Forschung und Entwicklung der Bereiche Architektur und Bauingenieurwesen der letzten Jahrzehnte. Die Ausstellung ist noch bis zum 30.8.2015 in phaeno zu sehen.

Montag, 22. Juni 2015

Originale Flippermaschinen brauchen intensive Wartung

Fireball, Captain Fantastic, Indiana Jones, Terminator 2! Legendäre Flipper aus den 50er, 60er, 70er und 90er Jahren werden derzeit als Leihgabe des Pacific Pinball Museums gezeigt. Und nicht nur das: Man darf an den originalen Schätzen aus dem letzten Jahrhundert sogar spielen!

„Dies können wir nur durch ein engagiertes Technikteam gewährleistet, das diese legendären Flippermaschinen kennt und intensiv pflegt“, erklärt mir Davy Champion der Organisator der Sonderausstellung. Außerdem stand dem Technikteam zu Beginn der Ausstellung der Direktor des Pacific Pinball Museums Michael Schiess zur Verfügung, der seine  Flippermaschinen wie seine Westentasche kennt und das phaeno Team entsprechend "geschult" hat. Außerdem gibt es weitere externe Flipperfachleute während des Betriebs der Ausstellung, die dem phaeno Team zur Seite stehen.


Jeder Flipper benötigt intensive Pflege, damit sie einwandfrei funktionieren.
Zwei aus diesem phaeno Team sind Mark und Josef. Als gelernte Elektrotechniker sind sie nun besonders gefordert. Ihnen machen die Flippermaschinen nicht nur einen Haufen Arbeit, sondern auch Spaß. Die Technik ist noch erkennbar und von dem Team ohne Computerhilfe reparierbar. Dies können Technikfans auch an den gläsernen Flippern in der Ausstellung nachvollziehen.

Ich habe Mark beobachtet, wie er den Bauch eines Flippers öffnet, hochklappt und fast darin verschwindet. Er erklärt mir die zu reparierenden Teile und behebt in dem Drahtwirrwarr sofort den Fehler. Scheinbar ist alles ganz logisch aufgebaut… Zumindest für unser Technikteam. Die Flippermaschine kann dann in der Ausstellung verbleiben und funktioniert wieder. 


Für mich nur Drahtwirrwarr, doch Mark behält zum Glück den Durchblick.
Eine besondere Flippermaschine hat Mark sogar dem phaeno zur Verfügung gestellt. Es hat ihm Spaß gemacht den Williams-Flipper „Fish Tales“  von 1992 vor dem Schrottplatz zu retten. Er hat ihn renoviert und beim After Dark-Abend gezeigt. Außerdem steht das gute Stück auch ab sofort in der Ausstellung. Stolz zeigt er mir, dass sogar der Fisch im oberen Bereich wieder leuchtet. 

Repariert, erstrahlt der Williams-Flipper wieder im neuen Glanz.
Es gibt also nicht nur die Freude am Flippern, sondern auch eine Fangemeinde, die diese Flipper liebevoll restauriert. Dies wurde auch am vergangenen After Dark-Abend deutlich. Mehrere Besucher fragten in der Diskussionsrunde mit dem Flipperexperten Andreas Harre nach Ersatzteilen. Und auch die Kunst hat schon längst den Flipper als Element entdeckt, wie man in der Ausstellung ebenfalls sehen kann. 

"Balls for Cthulhu" (2013) aus "Temple of Din" von Lucas Abela, eines der künstlerischen Flipper.
„Wir freuen uns, dass unser gesamtes Technikteam so hinter dieser Ausstellung steht. Sonst könnten wir diese Originalflippermaschinen und die teilweise technisch sehr wartungsintensiven Kunstexponate nicht zum Ausprobieren anbieten“, erklärt mir Davy.

Tipp: Die Ausstellung ist noch bis zum 2.9. im phaeno zu sehen.

Montag, 15. Juni 2015

"Pferdeschwanz" - mein Lieblingsexponat

Anfang Juni haben wir die neue Kollegin Silke in unserem Team begrüßt. Damit sie sich besser mit ihrem neuen Arbeitsplatz vertraut machen kann, haben wir sie losgeschickt phaeno mit all' seinen Ecken zu erkunden. Dabei haben es ihr besonders die Exponate im neu überarbeiten Ausstellungsbereich "OPTICKS" (neueröffnet im März 2015) angetan.

Schwer begeistert von den vielen Effekten, Lichtern und Bewegungen erkundete ich phaeno und stolperte förmlich über ein einfaches Haarteil, das in Form eines Pferdeschwanzes an einer Platte hängt.
Das Exponat "Pferdeschwanz".
Anfangs wunderte ich mich über diese ungewöhnliche Kombination in dieser so lebendigen Experimentierlandschaft. Dieses auf den ersten Blick eher unscheinbare Exponat überraschte mich jedoch komplett in meiner Wahrnehmungsfähigkeit. Zunächst schaute ich auf eine einheitlich weiße Platte, über die ein Pferdeschwanz in der Mitte hängt. Hebe ich jedoch den Pferdeschwanz hoch, teilt sich die Platte plötzlich in eine graue und eine weiße Zone, die sich klar voneinander abgrenzen.


Vorher schienen beide Seiten weiß, jetzt sieht man ganz deutlich den farblichen Unterschied.
Meine Augen sahen nun ganz klar 2 Platten. Unglaublich, dabei sagt man doch auch immer: "Ich glaube es erst, wenn ich es mit eigenen Augen sehe." Nun packte mich die Neugier. Völlig fasziniert von diesem Erlebnis, entdeckte ich im Ausstellungsbereich "OPTICKS" weitere Exponate, die mir völlig überraschende Einblicke in die Welt der Wahrnehmung gewähren: Den Zusammenhang von Pulsschlag und der Bewegung der weißen Blutkörperchen im Auge, über Schattenwahrnehmung bis hin zu ... .


Das Exponat "Punkte im Auge".
Doch das Exponat "Pferdeschwanz" hat es mir am meisten angetan. Faszinierend!

Danke Silke für deine Eindrücke!

Montag, 8. Juni 2015

Ein Ausflug ins Bremer Universum

Montagmorgen, phaeno ist heute geschlossen. Daher können sich fünf meiner KollegInnen und ich auf den Weg nach Bremen machen. Unser Ziel ist das Wissenschaftscenter Universum. Nach einem kompletten Umbau hat es im März diesen Jahres Wiedereröffnung gefeiert. Wir sind auf der Suche nach interessanten Eindrücken und wollen auch eine ehemalige phaeno Kollegin, mit der wir gemeinsam auf der Ausstellungsfäche gearbeitet haben, besuchen.

Gleich sind wir da!
Zum Glück ist es heute nicht sehr voll und wir können uns alles in Ruhe ansehen und ausprobieren. Los geht es mit der Sonderausstellung „Entscheiden“. Nach vielen Fragen und Informationen rund um Liebe, Familie und Politik bekommen hinterher alle eine überraschend zutreffende Persönlichkeitsbeschreibung. Das war ein toller Start.

Weiter geht es durch die drei Ebenen Technik, Mensch und Natur. Wir sehen auch bekannte Exponate, wovon einige aber ganz anders umgesetzt wurden. Besonders begeistert sind wir von dem Exponat Kugelbahn. Man kann bestimmen welche Elemente sich bewegen und die Kugeln befördern.  


Die bekannte Kugelbahn, nur etwas größer.
Zwei weitere Highlights für uns sind der Erdbebensimulator und die Hochgeschwindigkeitskamera, die einen Tropfen fotografiert, der auf eine Membran fällt. Hier kann man auf die Millisekunde einstellen, wann die Kamera auslöst und bekommt tolle Fotos auf einem Bildschirm angezeigt.

Die Höchstgeschwindigkeitskamera und das Tropfenfoto.
Insgesamt wird die Ausstellungsfläche des Universums durch die verschiedenen Ebenen und kleine integrierte Räume optimal genutzt. Leider schaffen wir es nicht, uns alles in Ruhe anzusehen und die vielen Informationen an den Wänden durchzulesen, denn wir wollen uns auf jeden Fall auch noch die Show angucken.

Die Universum-Mitarbeiter Miral und Nico zeigen uns in 45 Minuten Show fünf kleine Experimente rund um Alltagsphänomene. Beim letzten Experiment wird ein Freiwilliger gesucht und unser phaeno Showman Dennis hilft gern auf der Bühne mit und ist ganz in seinem Element.


phaeno Showman Dennis (l.) und Nico aus dem Universum (r.) während der Show.
Wir haben auch noch etwas Zeit um uns mit Universum-Mitarbeitern auszutauschen und dann ist es leider auch schon wieder Zeit zurückzufahren. Das war ein wirklich schöner Tag und wir kommen gerne wieder. Vier Stunden sind auf jeden Fall nicht ausreichend um sich hier alles anzusehen. Irgendwie scheint das Universum unendlich.


Klingt nach einem gelungenen Ausflug! Danke Tanja für den Beitrag und ein Dankeschön euch allen, dass ihr mit uns diese Eindrücke teilt!

Montag, 1. Juni 2015

"Flipper Zauber" beim After Dark

Es ist wieder After Dark-Zeit. Für mich ist diese Abendveranstaltung mittlerweile zu einem kleinen Highlight alle paar Monate geworden. In diesen wenigen Stunden erlebe ich phaeno ganz anders. Es herrscht eine gemütliche Atmosphäre, die Ausstellungsfläche ist in stimmungsvolles Licht getaucht. Ein Programm leitet durch den Abend und man hat trotzdem genügend Zeit sich selbst umzuschauen. Eine perfekte Mischung!
 

Der diesmalige Abend steht natürlich – wie sollte es zurzeit auch anders sein? – ganz im Zeichen des Flippers! Die neue Sonderausstellung „ausgeflippt“ (bis zum 2.9.2015) bietet den optimalen Rahmen dafür. Auch ich bin ganz dem „Flipper Zauber“ erlegen. Und das meine ich sprichwörtlich! Zuvor waren Flipper für mich nur typisches „Spielzeug“ in kleinen, urigen Kneipen für Herren mittleren Alters. Jetzt muss ich gestehen, bin ich ganz fasziniert, auch und vor allen Dingen von der Vielfalt der Flipperautomaten. Die Grafiken der Flipper aus den 50er oder 60er Jahren sind wirklich cool. Wenn man ein bisschen was für Comic oder Pop Art übrig hat, wird man die Grafiken lieben. 

Eine Auswahl der Flipperbildmotive hängen als Riesenposter von der Decke runter.
Anders hingegen geht es mir bei den Flippern aus den 90er Jahren. An denen zu flippern, macht mir wirklich Spaß. Ich gebe zu, mein Favorit ist gleichzeitig auch der meist verkaufte Flipper aller Zeiten: Addams Family. Der hat Suchtgefahrpotential, ganz eindeutig! ;) 
     
Der Flipper "Addams Family" hat eindeutig Suchtgefahrpotential!
Aber auch die künstlerischen Installationen wie die musikalischen Flipper aus „Temple of Din“ oder natürlich auch der Riesenflippper „Galactic Dimension“ haben ihren besonderen Reiz. Die Kreativität, die in den Arbeiten steckt, ist unglaublich! 

"Balls for Cthulhu" aus der Flipperreihe "Temple of Din" von Lucas Abela
Der Spielspaß steht für die meisten verständlicherweise an erster Stelle. Und dieser ist bekanntermaßen beim Flippern dann besonders hoch, wenn man viele Punkte erzielt. Andreas Harre, Nr. 1 der deutschen Flipperrangliste, weiß wie das funktionieren kann. Beim After Dark-Abend wird er als Special Guest mit dabei sein und viele seiner Tipps und Tricks verraten. Von ihm kann man sich sicherlich das eine oder andere abgucken. Das wird definitiv ein toller Abend, ich freue mich!

PS: Wer in die Rolle des Flipperkünstlers/ -bauers schlüpfen möchte, kann dies im Mitmachlabor "Bau deinen eigenen Flipper" tun. Auf einem kleinen Brett alles und aus
einfachen Materialien ensteht alles was zum Flippern dazugehört.

After Dark "Flipper Zauber – Pinball Wizard"
4. Juni 2015 von 17 bis 21 Uhr
Eintritt: 5 Euro Sondereintritt, ermäßigt 3 Euro.
Das Eintrittsticket können Sie als Verzehrgutschein für Getränke und Speisen in unserer Gastronomie einlösen.