Montag, 17. Oktober 2016

Guck mal, wohin du blickst

Mit dem Eyetracker in der neuen Sonderausstellung "Manometer!" will ich dies heute herauskriegen. Der Eyetracker beobachtet meine Augenbewegungen genau. Auf dem Bildschirm wird mir dann angezeigt, wohin ich geschaut habe.

Ich setze mich vor das Gerät. Hier muss man Zeit mitbringen und auch die Anweisung genau lesen! Beim ersten hektischen Bedienen klappte bei mir nix! Also ordentlich davor gesetzt und erstmal die Augen in die richtige Position gebracht. Dann den grünen Knopf an der Stele bedient (Und nicht wie vorher auf dem schwarzen Knopf vor mir draufgehauen.). Und dann alles nur noch mit den Augen bedienen. Krass. Zuerst muss ich einen roten Punkt mit den Augen verfolgen. Und dann hat sich die Kamera auf mich eingestellt (Kalibrierung) und es kann mit den Tests losgehen.


Zuerst wähle ich aus, in vielen Qs ein O zu suchen. Das erinnert mich an den Medizinertest, den ich mal vor Jahren gemacht habe, um einfach mal zu sehen, was da so gefragt wird.


Damals musste man noch verschiedene b herausfiltern. Von damals weiß ich noch: Konzentrieren. Und es ist auch Übungssache. 5 Qs und ein O. Das war noch leicht. Beim nächsten Mal waren es schon 159 zu einem O. Schon da scheitere ich. Und bei 999 gegen 1 in ganz kurzer Zeit. Unmöglich. Aber das Programm hat noch einen Antifrustfaktor eingebaut. Beim nächsten Versuch markiert es mir schön brav das O in rot. Und jetzt kann man auch die eigene Augenbewegung sehr gut nachvollziehen. Zack, zack und schon gefunden!


Qs sind auf Dauer ein bisschen öde. Jetzt will ich richtige Bilder beobachten. Mal gucken, wo ich so hinschaue. Geboten werden mir tolle Bilder: Von Luxusschiffen, alten Gemälden, lachenden Kindern bis zu Bildern, die es so nicht geben kann.


Die Anzeige funktionierte sehr gut. Für mich war es nicht so spannend, wo ich am meisten hingucke. Das bekommt man ja selbst noch sehr gut mit. Sondern was mein Auge sonst noch beschäftigte. Spannender ist es hierbei auch, dies einmal im Team auszuprobieren. Auf einem Bild kommt zum Beispiel eine Schlange vor. Bei einer Veranstaltung betreute ich eine Zeit lang dieses Exponat. Und ich war überrascht. Ein Mann guckte überhaupt nicht auf die Schlange, die das Bild wirklich dominiert. Des Rätsels Lösung: Der Mann hasst Schlangen…

Die letzte Rubrik zeigt, wofür das Programm unter anderem genutzt wird. Nämlich zur Marktforschung. Hier wird ganz genau ausgewertet, für welches Magazin ich mich am meisten interessiere. Angezeigt wurden ca. 20 Magazincover. Ergebnis: 40 % meiner Aufmerksamkeit widmete ich dem Madheft!


Jetzt möchte ich noch wissen, wie der Eyetracker funktioniert und informiere mich dabei bei Davy, dem Organisator der Sonderausstellung. Wie erkennt der Eyetracker die Augenbewegungen? "Der Eyetracker beleuchtet das Auge mit Infrarotlicht", informiert mich Davy. Geschieht dies direkt von vorne, reflektiert die Netzhaut das Licht zurück durch die Pupille. Sie erscheint im Sensor als heller Fleck. Fällt das Licht hingegen leicht schräg ins Auge, wird kein Licht mehr aus der Pupille zurückgeworfen. Gleichzeitig wird ein Teil des Lichtes direkt von der Hornhaut des Auges reflektiert. Mit Hilfe der Position der bei den Lichtreflexe und des Winkels zwischen ihnen berechnet die Software die Blickrichtung des Auges. Aha!

Fazit: Der Eyetracker funktioniert sehr gut und macht Spaß, wenn man Zeit mitbringt. Und im Team ist das Ganze noch interessanter! Die Sonderausstellung "Manometer!", ist bis zum 11.02.2018 zu sehen.

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