Montag, 25. Januar 2016

Das Naturphänomen Schnee und wie er entsteht

Brrrr! Haben wir alle gefroren vergangene Woche, der Winter war endlich über uns hereingebrochen!

Auch phaeno war richtig eingeschneit und mit einer weißen Schneeschicht rundherum bedeckt.

Schnee, wohin das Auge blickt!
Doch wie entsteht eigentlich die weiße Schneepracht? In kalter Luftumgebung kondensiert in den Wolken Wasserdampf zu kleinen Wassertropfen. Sinkt die Temperatur weiter ab, gefrieren die kleinen Wassertropfen zu winzigen Eiskristallen. Hohe Luftfeuchtigkeit begünstigt das Wachsen der Eiskristalle zu großen Schneeflocken. Diese entstehen indem sich einzelne Kristalle beim Herumwirbeln und Fallen miteinander verketten. Dies geschieht durch kurzes Schmelzen und wiedergefrieren. Bei geringer Luftfeuchtigkeit und Temperaturen kälter als minus fünf Grad entstehen hingegen nur kleine, feine Flocken. Unter diesen Bedingungen können sich die einzelnen Kristalle nur schwer miteinander verbinden.

Auch die Form der Eiskristalle hängt vom Grad der Luftfeuchtigkeit und der Temperatur ab. Zwar haben die Flocken meist die sechsförmige Sternform, doch die unterschiedlichen Bedingungen lassen jedes Mal individuelle Schneeflocken entstehen. Einer der ersten die dies feststellte, war der (Flocken)Fotograf Wilson Bentley (1865-1931), der es sich zu seinem Lebenswerk machte, Schneeflocken abzulichten. Dabei kam über die Jahre eine immense Anzahl an Fotografien unterschiedlichster Schneeflocken heraus.

Eine der abfotografierten Schneeflocken von Wilson Bentley (Quelle: http://tiny.cc/ayqe8x /© Wilson Bentley).
Jedes Mal staune ich über dieses Naturphänomen und lasse mich immer wieder aufs Neue davon verzaubern. Schade, dass es diese Woche mit dem Schnee nun wieder vorbei ist.

Montag, 18. Januar 2016

Das außergewöhnliche Experiment - Was seht Ihr auf diesem Bild?

Scheinbar winden sich Schlangen-Kreise auf dem Bild "Rotating Snakes" von Prof. Akiyoshi Kitaoka, einem Meister der optischen Täuschungen. Warum täuscht sich unser Auge? Das, was wir sehen, wird erzeugt durch ein Zusammenspiel verschiedener Mechanismen: Das Auge nimmt die Bildinformationen auf, die Daten werden zum Gehirn geleitet, dort werden sie verarbeitet und auch zum Teil mit gespeicherten Erinnerungen an frühere Bilder verglichen. Heraus kommt dann dieses Bild der sich scheinbar bewegenden Schlangen.




Doch warum bewegen sie sich? Für den Menschen war es früher äußerst wichtig, Angriffe von Tieren und andere Gefahren schnell zu erkennen. Die Forscher meinen deswegen, dass unser Sehsystem vor allem darauf aus ist, Bewegung zu erkennen. Außerdem drehen wir ständig unseren Kopf und auch unsere Augen verfolgen verschiedenste Eindrücke um uns herum. Aus diesen Gründen dichten wir auch in starren Bildern oft Bewegung dazu.
Kitaoka nutzt außerdem geschickt Kenntnisse über das Auge und das Gehirn. Wenn unser Auge beispielsweise eine immer gleiche Abfolge von hell und dunkel (hier weiß, gelb, schwarz, blau) wie auf dem Bild erkennt, "meldet" das Auge, hier ist eine Bewegung. Die Bewegungsrichtung ist durch die Abfolge der Farben vorgegeben. Außerdem werden vielen Daten, die das Auge sieht, zusammengefasst. Dabei entstehen "Berechnungsfehler", die uns ebenfalls Bewegung vorgaukeln. Forscher wie Kitaoka erstellen diese optischen Täuschungen, um mehr über den Vorgang des Sehens zu erfahren.

Im phaeno kann man dieses Meisterwerk der optischen Täuschung und noch viele weitere optische Phänomene erkunden. Überzeugt euch selbst!

Montag, 11. Januar 2016

Werde selbst zum Kunstwerk mit Recollection

Bunt, bunter, am buntesten – das Kunstwerk „Recollection“ von Ed Tannenbaum ist einfach grandios. Man steht vor einer Leinwand, auf die ein bunter Schatten oder eine Silhouette von einem selbst geworfen wird. 

Toll ist es auch, es mit mehreren Personen auszuprobieren.
Sobald man sich bewegt, bewegt sich auch der Schatten auf der Leinwand in Echtzeit – und dies in verschiedensten Variationen. Mal folgt einem der Schatten, man teilt sich der Bildschirm in vier Fenster und man steht Kopf und das in leuchtenden Farben. 

Mit einem Gegenstand in der Hand enstehen großartige Muster.
Dies funktioniert so: Eine Videokamera zeichnet die Bewegungen auf und sendet sie an einen Computer mit einem Bildbearbeitungsprogramm. Dieser extrahiert den Umriss und weist eine Farbe zu. Anschließend wird die Bild auf die Leinwand projiziert.

Ein bisschen erinnert mich dieses Motiv an "Star Wars"- der Gegenstand ähnelt stark einem Lichtschwert.

Am Ende entstehen wunderschöne, lustige und individuelle Bilder / „Kunstwerke“.

Das Exponat befindet sich auf der 2. Ebene in der "OPTICKS" Ausstellung. Unbedingt selbst ausprobieren.

Montag, 4. Januar 2016

Die Kunst auch einmal Nichts zu denken

Das Zahnradkunstwerk „Phaser“ fasziniert mich. Mit kunstvollen Umdrehungen zeichnet der kleine Stift ein kleines Mandala. Die sympathische Künstlerin Jennifer Townley transportierte selbst das Kunstwerk von den Niederlanden ins phaeno. Vor der Eröffnung der Sonderausstellung traf ich sie beim Einrichten der Zahnräder. 

Jennifer Townley baut gerade das Exponat "Phaser" zusammen.
Bevor wir uns eingehender über das Exponat unterhalten können, möchte ich es natürlich einmal in Action sehen. Das Kunstwerk besteht aus vielen Zahnrädern, die geschickt zu einer Zeichenapparatur kombiniert werden. Die Zusammensetzung der Zahnräder kann unterschiedlich kombiniert werden. Geschickt baut Townley die Apparatur auseinander. Es ist nur ein einziger Schraubendreher nötig, um die Apparatur umzubauen. Alles ist äußerst logisch und präzise aufgebaut. Darauf legt die Künstlerin wert. Meine Kollegin, die das Ganze gleich fotografieren wird und ich sind sehr gespannt. Bisher haben wir die Maschine nur auf YouTube angesehen. Und schon geht es los. Mit großem Schwung  zeichnet die Maschine ein Kunstwerk, das nach wenigen Augenblicken wieder von vorne beginnt. Der Stift zeichnet dann einfach immer wieder dasselbe. Und genau dies ist das Überraschende an Townleys Kunstwerk. Die Anzahl der Zähne der Zahnräder und deren Kombination bestimmen das Kunstwerk exakt vor. Für das erste Bild wählte sie z. B. die Zahnradkombination 50, 25, 60, 40, 50, 25 aus. Eine Kombination, die ein recht einfaches Bild entstehen ließ. Beim nächsten Mal tauschte sie das letzte Zahnrad gegen ein 40er Zahnrad aus. Jetzt wurde das Bild schon sehr viel komplexer. 

Nach dem Ausstausch der Zahnräder wird der Stift neu angesetzt und schon ensteht ein neues Mandalamuster.
Wie kam Townley auf die Idee für dieses Werk, das 2008 ihre Abschlussarbeit war? Alles begann mit der Reparatur ihre Waschmaschine. Einem uralten Toplader. Dort gefielen ihr zwei Zahnräder so gut, dass sie anfing mit diesen zu spielen. Die Idee für ihre Maschine war geboren. Den ersten Prototypen stellte sie dann aus Holz her. Bis dann etwa ein halbes Jahr später die Maschine, die jetzt im phaeno ausgestellt wird, fertig wurde. Diese Arbeit war so spannend, dass ganz nebenbei bemerkt, ihre Waschmaschine nie mehr repariert wurde. So ging es noch mehreren Maschinen, die Townley im Laufe der Jahre auseinander nahm. Eine besondere Vorliebe hat sie für sehr alte Maschinen: „Bei alten Maschinen ist die Mechanik noch erkennbar aufgebaut und die Maschinen oft noch aus Metall statt aus Plastik“, erklärt sie mir. Mittlerweile hat sie diese Zeit mit wenig Budget jedoch hinter sich gelassen. Nun kann Sie für Ihre Maschinen alles ganz konkret bestellen oder sogar speziell anfertigen lassen. „So kommt man schneller auf ein künstlerisch höheres Niveau der Maschinen“, meint sie. Diese beständige Weiterentwicklung ist ihr neben der großen Präzision ihrer Werke, die sie mittlerweile vor allem über das Internet in alle Welt verkauft, wichtig. Alle ihre kinetischen Maschinen sind in weiß, schwarz oder Grautönen gehalten. Durch die Bewegung  will sie die Aufmerksamkeit der Betrachter erregen. Insgesamt möchte Sie durch das Werk Phaser den Besuchern Augenblicke der Ruhe und der Besinnung schenken. „Nicht nur wenn das Denken anfängt, auch wenn das Denken für Momente der Stille aufhört, ist das für mich Kunst“, erklärt mir Townley. Diese Aussage überrascht mich so, dass ich darüber erstmal nachdenken muss. Es ist wie ein Geschenk an den Betrachter. Sich aus der hektischen Welt fortzubewegen und auf das Kunstwerk einzulassen. Deswegen die hohe Präzision, die zu dieser Ruhe beiträgt und das Weglassen von Farben.  Farben in Zukunft zu benutzen, schließt sie jedoch nicht aus: Sie erzählt mir begeistert von einer Matisse-Ausstellung, die sie besuchte und dessen Farbwelt sie nachhaltig beeindruckte. 

Je nach Zahnradkombination entstehen verschiedene Muster.
Jennifer Townley hat noch viele Ideen. Sie wird sich weiterentwickeln. Das phaeno ist mit Phaser Teil dieser Reise.
Im phaeno gehen wir noch zusammen auf eine „Exkursion“ zu alten Bekannten aus der kinetischen Kunstszene. Natürlich darf dabei Arthur Gansons „Kleiner Gelber Stuhl“ oder „Machine in Concret“ nicht fehlen. Beide schaut sie mit einer besonderen Blickweise an, so dass sie bald die Führung übernimmt. Sie weist mich auf Details beim gelben Stuhl hin. Auch vom Spaghetti-Eater und Secret Life ist sie begeistert. Manche der Kunstwerke kennt sie bisher nur aus dem Internet. Es ist genauso wie bei ihrem Kunstwerk eben doch etwas anderes. Live dabei zu sein, ist das größte!
 

Tipp: Die Sonderausstellung ist bis zum 14. August 2016 zu sehen.

Mehr über Jennifer Townley erfahrt ihr auf ihrer Webseite www.jennifertownley.com oder Facebook-Seite www.facebook.com/JenniferTownleyArt.