Montag, 27. Juni 2016

Mit Kapla mehr als hoch hinaus!

So schnell geht mehr. Die Vorschulkinder eines Kindergartens aus Hannover haben Marie Pascale Marsaly vom Kapla-Zentrum in Paris entdeckt. Mit ihr zusammen erfahren sie schnell, dass man mit den Holzplättchen nicht nur einfach so Türme bauen kann. Obwohl ich das schon für Fünfjährige eine große Leistung fand. Die kleinen sind aber gut vorbereitet. Auch in ihrem Kindergarten gibt es Kapla. Durch kleine Hilfestellungen zeigt ihnen Marie Pascale, was man alles noch machen kann. Sie zieht mal dort mal da an den Bauten und schon verbinden die Kinder die beiden Türme mit einer Brücke. Sie gibt nur kleine Ideen vor und die Kinder übernehmen die Inspirationen sofort.

Die Kinder verstehen Marie Pascales Anleitung auch ohne Worte!
Obwohl sie die Sprache nicht verstehen. Marie Pascale spricht kein deutsch. Aber eine gemeinsame Sprache scheint bei den kleinen und großen Baumeistern nicht nötig zu sein. Sehr geschickt baut Marie Pascale mit ihnen. Plötzlich können die Kinder sogar kleine Kuppeln bauen. Am Ende ist innerhalb von 20 Minuten eine ganze Landschaft entstanden!

In wenigen Minten können die Kinder Kuppeln bauen und einzelne Bauten durch Brücken verbinden.
Die Erzieherin, die die Kleinen begleitet, staunt nicht schlecht. Leider müssen sie jetzt zum Zug und Marie Pascale hat Zeit, mit mir zu plaudern. Auch ihr merkt man das Bedauern an. Ihre Welt ist das gemeinsame Bauen. Keine Minute vorher hätte sie die Kinder und das kreative Arbeiten verlassen.

Mit sehr viel Geschick und Ehrgeiz bauen die Kita-Kinder eigenständig, was ihnen Marie Pascale vorgibt.
Vor dreißig Jahren gründete Marie Pascale Marsaly das Pariser Kapla-Zentrum. Ihr geht es um viele wichtige Dinge, wenn sie dort Workshops anbietet. Die Kinder sollen zusammen arbeiten, zu einem Thema etwas lernen (Brücken bauen) und eine ganze Szene erstellen, außerdem ihre Kreativität ausleben und weiterentwickeln.

Sehr beeindruckend! Super gemacht, Kinder!
"Das geht auch", meint sie, "wenn man mit Kapla alleine baut". Nur dann werden andere Fähigkeiten weiterentwickelt. Das geht bis zu fast meditativen Tätigkeiten. Auch Erwachsene kommen in ihr Zentrum. Dann steht vor allem Teambuilding im Vordergrund.

Und eines habe ich von Marie Pascale, die kaum still stehen kann und immer weitere Ideen hat, besonders gelernt. Die etwas ältere Dame (das Alter wird nicht verraten!) ist ein gutes Beispiel dafür, dass Kreativität jung hält.

Kaum ist ein Projekt abgeschlossen, da fängt Marie Pascale bereits das nächste an!
Was alles entstehen kann, wenn man mit etwas Hilfe zusammen mit den Meistern baut bestätigen die Bilder. Fazit: Unbedingt ausprobieren!! Es gibt genug Kapla-Steine für die nächsten Ideen und Helfer stehen gerne zur Seite, wenn es mal nicht weiter geht.

Montag, 20. Juni 2016

Sommerprogramm mit zwei perfekten Wellen

Die Ausstellung "Effekthascherei" mit 18 spannenden Stationen ist da! Meinen persönlichen Favoriten habe ich schon erwählt: Den Paranusseffekt beim Müsli. Also ehrlicherweise ärgere ich mich gar nicht, dass die besten Teile beim Aufmachen der Müslipackung immer oben sind. Da kann man ja so herrlich die besten Nussstückchen herausnaschen. Dumm ist nur, wenn man so ungefähr der letzte ist, der was vom Müsli abbekommt. Dann sind eben nur noch die Haferflocken übrig. Warum das so ist, kann man bei dem Experiment "Schütteln-Sortieren" super ausprobieren. Verschiedene Bälle simulieren die fetten Paranüsse, die blauen Körner die Haferflocken. Beim Schütteltransport des kostbaren Müsli wandern diese eben nach oben.

Durch das Kurbeln wird die Schüttelbewegung beim Transport simuliert.
Mein zweiter Favorit ist die Doppelwelle. Zwei wunderschön blaue Wellen werden gleichzeitig gestartet. Ganz in Ferienstimmung träume ich mich schon mal an die Nordsee und gucke den beiden Wellen zu, wie sie langsam im Chaos versinken. Dabei stört mich das Chaos überhaupt nicht, Hauptsache die Wellen sind schön blau!

Trotz gleicher Startbedingungen kommen unterschiedliche Wellenbewegungen heraus. Probiert es aus!
Dass ich lieber bis zu den Ferien noch ein bisschen arbeite, als mich auf mein Glück zu verlassen, um das Ferienbudget zusammenzukriegen, merke ich dann bei der "Zwei an einer Linie"-Station. Natürlich gelingt es mir nicht, sechs gleiche Symbole zu erdrehen.

Ein Sechser im Lotto, das wär's jetzt! Testet euer Glück an diesem Exponat.
Jetzt will ich noch wissen, wie hauptsächlich Westwinde durch die Corioliskraft entstehen. Munter schmeiße ich mir mit Dominik auf einer drehenden Scheibe einen Ball hin und her. Es gelingt mir kaum die Scheibe mit Pedalen anzutreiben, mich mit Dominik zu unterhalten und noch auf den Ball zu achten. Zack, kriege ich den Ball sogar ab. Dabei ertrage ich das Gelächter der Umstehenden einigermaßen würdevoll und auch die Bemerkung, dass Frauen doch eigentlich multi-tasking-fähig sein sollen…
Gar nicht so einfach gleichzeitig in die Pedalen zu treten und dabei den Ball hin und her zu werfen. Der Spaßfaktor ist aber enorm!
Fazit: Eine Ausstellung, bei der man sich in Ferienlaune ruhig an manchen Stationen etwas mehr Zeit zum Knobeln nehmen kann! Wenn man damit fertig ist, kann man sich ja dann beim Errichten von großen Bauwerken, brüllenden Löwen oder watschelnden Pinguinen im "Kapla-Krater" umgeben von 50.000 Steinen entspannen. Diese Aktion wird pünktlich zu Beginn der niedersächsischen Sommerferien gestartet.

Das ganze Sommerprogramm gibt es unter www.phaeno.de/sommer2016/

Montag, 13. Juni 2016

Zwei oder eins?

Meine Kollegin hat heute ein Experiment an mir ausprobiert. Ohne genau zu wissen, worum es ging, tat ich, worum sie mich bat. Ich sollte die Augen schließen und ihr den Unterarm entgegen strecken. Nach wenigen Sekunden spürte ich kleine "Pikse" auf meiner Haut. "Wie viele Pikse spürst du?", fragte sie mich. "Zwei", lautete meine "gefühlte" Antwort. Anschließend pikste sie mich ein paar weitere Male und fragte mich immer die gleiche Frage "Wie viele Pikse spürst du?".

"Wie viele Pikse spürst du?" – "Eindeutigt zwei!"
Nach dem letzten "Piks" durfte ich die Augen öffnen, während sie immer noch den Bleistift auf meinem Unterarm gedrückt hielt. Als ich auf meinen Arm hinunter sah, war ich doch sehr überrascht zwei Bleistifte zu sehen: Ich nahm nur einen wahr. Warum habe ich nur einen gespürt?

Zwei Bleistifte so nah nebeneinader habe ich als einen kleinen Stich empfunden.
Meine Kollegin erklärte es mir so: Je weiter sie den Abstand zwischen den Bleistiften wählte, desto besser spürte ich die beiden "Pikse". Beim letzten "Piks" drückte sie die beiden Bleistiftspitzen ganz nah nebeneinander in meine Haut, da konnte ich die beiden nicht mehr unterscheiden. 

Damit wir etwas fühlen können, brauchen wir "Sensoren", von denen die Signale wahrgenommen und an unser Gehirn weitergegeben werden. Umso mehr sich pro Quadratzentimeter in der Haut tummeln, desto mehr Einzelheiten kann man ertasten. Am Finger beispielsweise befinden sich viele solcher Sensoren auf kleiner Fläche. Testet, wie das Experiment dort ausfallen wird.


Drückt den Korken mit den zwei Stecknadeln an unterschiedliche Stellen am Finger.
Tipp: Probiert bei eurem nächsten Besuch die Experimentierstationen in unserem "Spürsinn"-Bereich aus. Vom Nagelbrett über das Tasttheater könnt ihr eurem individuellen Spürsinn auf den Grund gehen.
Traut ihr euch auf das Nagelbrett?

Montag, 6. Juni 2016

Wie eine Paranuss Leben rettet!

Machst du eine Müslipackung auf, hast du meist Glück! Die besten Bestandteile wie Nüsse oder große Schokostückchen liegen oben! Das Phänomen heißt Paranuss-Effekt. Doch wie kann man damit Leben retten?

So sieht das Müsli aus, wenn es direkt aus der Packung geschüttet wird.
Schüttelt man die Müsli-Packung, fliegen die Bestandteile nach oben und fallen wieder nach unten. Es entstehen Lücken zwischen den Müsli-Leckereien. Für eine kleine Haferflocke ist es nun sehr viel wahrscheinlicher, dass sie eine Lücke findet und beim Fall nach unten unter eine Nuss passt.


Nach dem Schütteln liegen die Nüsse oben im Glas und die Haferflocken unten.
Das Ergebnis: Nach dem Schütteln liegt die Nuss oben in der Packung und die Haferflocke unten. Soweit die Theorie. Sind nun einige Teilchen aber viel größer und schwerer als andere, können sie auch mal unten in der Packung landen. Auch für Physiker ist dies ein schwieriges Rätsel. Und für die Industrie ist dieses Problem auch von Bedeutung. Bei Nahrungsmitteln möchte man genau wissen, wie sich die Bestandteile in einer Verpackung verteilen. Es gibt dazu Theorien von Wissenschaftlern, die sich in der Praxis noch nicht bewährt haben.

Eine Idee hat aber praktischen Nutzen:  Das Paranuss-Phänomen nutzten Techniker, um einen Lawinen-Rucksack zu entwickeln. Wird eine Lawine ausgelöst, öffnet sich dieser wie ein Airbag. Wie die Paranuss im Müsli soll dann der Mensch oben auf der Lawine treiben und bessere Überlebenschancen haben.


Am Exponat "Schüttel-Sortieren" kann man ab dem 18. Juni in der Ausstellung "Effekthascherei" den Paranuss-Effekt ausprobieren.
Tipp: In der neuen Ausstellung "Effekthascherei", ab 18.6. im phaeno, könnt ihr dieses Phänomen auch an dem Exponat "Schüttel-Sortieren" ausprobieren.